Die AKP-Staaten auf einen Blick

 AKP-Staaten - Logo der ACP Group of States
African, Caribbean and Pacific Group of States (ACP)
Afrikanische, Karibische und Pazifische Staaten (AKP-Gruppe)

Die AKP-Staaten - Länder in Afrika, in der Karibik und im Pazifik

Die AKP-Staaten

Die Organisation ist eine Gruppe von Staaten in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean (AKP), mit denen Europa besondere Beziehungen unterhält und dabei auf Entwicklung und Handel setzt. Zu diesem Zweck sollen zwischen der EU und den AKP-Staaten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen geschlossen werden, um die Integration dieser Partnerländer der EU in die Weltwirtschaft zu fördern und ihre Entwicklung voranzubringen.

Die AKP-Gruppe umfasst derzeit 79 Staaten - davon 48 in Subsahara-Afrika, 16 in der Karibik und 15 im Pazifik (Ozeanien). Alle Staaten mit Ausnahme Kubas haben im Jahr 2000 das Cotonou-Abkommen - auch als “ACP-EC Partnership Agreement” bekannt - unterzeichnet, weshalb auch oft irrtümlicherweise die Zahl 78 genannt wird. Das Cotonou-Abkommen bindet die AKP-Staaten an die Europäische Union und läuft bis 2020.

Als kombinierte Instrumente der Handels- und Entwicklungszusammenarbeit sollen die Abkommen den Markzugang für die AKP-Staaten verbessern und Handelserleichterungen bewirken. Dadurch wird versucht, die Position dieser Länder im internationalen und regionalen Handel zu stärken und ihnen Chancen für eine gerechte Teilhabe am globalen Handel und für eine nachhaltige Wirtschaftsweise zu eröffnen.

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Kommentar und Erläuterungen

Traditionell ist die Zusammenarbeit mit den Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP-Staaten) ein Schwerpunkt der europäischen Entwicklungspolitik. Die AKP-Gruppe umfasst 79 Staaten. Partnerschaftsabkommen zwischen dieser Gruppe und den Europäern gibt es seit 1975. In insgesamt vier Lomé-Abkommen – benannt nach der Hauptstadt von Togo, in der das erste Abkommen unterzeichnet wurde – vereinbarten die EU und ihre Mitglieder eine umfangreiche Zusammenarbeit mit den AKP-Staaten.

Die Handelsvorteile bei Exporten von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten aus AKP-Staaten in die EU führten dazu, dass sich in den AKP-Staaten die weiterverarbeitende Industrie kaum entwickelte. Außerdem waren die einseitig gewährten Handelsvorteile nicht im Einklang mit den Prinzipien des freien Welthandels. Eine Ausnahmegenehmigung der Welthandelsorganisation (WTO) wurde letztmalig bis Ende 2007 verlängert. Eine Reform der Zusammenarbeit wurde notwendig.

Das Abkommen von Cotonou

Im Jahr 2000 wurde in Cotonou, der Hauptstadt von Benin, ein Nachfolgeabkommen unterzeichnet, das über einen Zeitraum von zwanzig Jahren gültig ist (März 2000 bis Februar 2020). Alle fünf Jahre ist eine Überprüfung wichtiger Vertragsbestimmungen vorgeschrieben. Die dritte Revision 2015 wurde ausgesetzt, um stattdessen mit den Reflexionen und Diskussionen für ein Folge-Arrangement nach 2020 beginnen zu können.

Das wichtigste Ziel des Cotonou-Abkommens ist die Bekämpfung der Armut. Das Abkommen ruht auf drei Säulen: Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschafts- und Handelskooperation (bis 2007) und politische Zusammenarbeit. Außerdem wurde verantwortliche Regierungsführung (Good Governance) als ein grundlegender Bestandteil des Abkommens festgeschrieben. Ein weiteres Ziel des Abkommens ist es, Organisationen der Zivilgesellschaft und die Privatwirtschaft stärker in die Entwicklungszusammenarbeit einzubeziehen.

Die Handelsvorteile, die den AKP-Staaten bei Exporten in die EU gewährt wurden, sind aufgrund der Unvereinbarkeit mit den Regeln der WTO Anfang 2008 beendet worden. Im Cotonou-Abkommen ist vorgesehen, dass die einseitigen Präferenzen durch regionale Wirtschaftspartnerschaftsabkommen ersetzt werden. Seit 2002 verhandelt die EU-Kommission mit Mandat der Mitgliedsstaaten mit den AKP-Staaten über solche Wirtschaftspartnerschaftsabkommen. Ziel der Abkommen ist es, regionale Integration und nachhaltige Entwicklung zu fördern und die bisherigen Handelsbeziehungen auf eine WTO-konforme Grundlage zu stellen.