Welternährungstag – Welthungertag

Welternährungstag 16. Oktober (Welthungertag)

World Food Day

Die Vereinten Nationen haben den 16. Oktober jeden Jahres zum Welternährungstag - auch als Welthungertag bekannt - erklärt. Der Welternährungstag steht jedes Jahr unter einem anderen Motto.


Welternährungstag 2017 - Welthungertag 2017 (Logo)
Welternährungstag 2017 - das Thema (Englisch)

Welternährungstag 2017

Das Thema des World Food Day 2017 lautet: "Change the future of migration. Invest in food security and rural development." Wörtlich übersetzt: "Ändere die Zukunft der Migration. Investiere in Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung."

Treffender interpretiert: Investitionen in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit als eine Form der Fluchtursachenbekämpfung. 

Das Thema des Welternährungstags 2017 kommt Ihnen sperrig vor? Genauso sperrig ist auch die globale Resonanz. Man erinnert an den Tag, macht einen internationalen Poster- und Video-Design Wettbewerb - und damit hat es sich weitestgehend... 

Nicht aber in 2017: Papst Franziskus trifft am 16. Oktober 2017 am Sitz der FAO in Rom mit dem Generaldirektor der Behörde, den Agrarministern der G7-Staaten sowie dem EU-Agrarkommissar zusammen. In seinem Vortrag will der Papst den Blick darauf lenken, dass es auch auf dem Land eine Zukunft gibt, auch in den ärmsten Gegenden der Welt. Bei seinem Besuch will Franziskus zudem eine vom ihm selbst gestiftete Skulptur einweihen, die auf das Drama der Flucht verweist. 


Logo der FAO - World Food Day

Es wäre genug zu essen für alle da

Der Welternährungstag erinnert an den Gründungstag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the UN - FAO), die am 16. Oktober 1945 in Quebec (Kanada) ins Leben gerufen wurde. Die FAO feierte 2015, ebenso wie die Vereinten Nationen selbst, ihr 70-jähriges Bestehen.

Die FAO ist die größte Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat ihre Zentrale in Rom. Der FAO gehörten heute (2016) 194 Staaten und die Europäische Union als Mitglied an.

Neben dem jährlichen Welthungertag hatte die FAO 2015 auch eine "Welternährungswoche" ausgerufen, nachdem sie bereits 2009 unter anderem vor einem "Jahrhundert des Hungers" gewarnt hatte.

Weiterführender externer Link


Nahrungsmittelsuche von Kindern im Sudan (Bildquelle: imaging-famine.org)

Nahrungsmittelsuche im 21. Jahrhundert

Das Foto zeigt hungernde Kinder in Südsudan auf der "Nahrungssuche"... aber das Problem ist nicht die Produktion der Lebensmittel. "Es ist genug zu essen für alle da", sind sich die Experten einig. Tonnenweise werden Nahrungsmittel vernichtet. Längst gibt es laut WHO mehr Übergewichtige als Unterernährte.

Mehr als eine Milliarde Menschen schlagen sich mit überflüssigen Pfunden herum und leiden an Folgekrankheiten - aber fast eine Milliarde Menschen leiden noch immer an Hunger und Unterernährung. Experten sind sich einig: Schon jetzt könnte die doppelte Weltbevölkerung (derzeit ca. 7,3 Milliarden Menschen) ernährt werden.


Entwicklungspolitik - die jährlichen "Menschenopfer" der Welt

Die jährlichen "Menschenopfer" der Welt

Alle 5 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen der Unterernährung. Das sind 24.000 Tote täglich und  fast 9 Millionen Tote jährlich.

Dies sind vorsichtige Schätzungen. Andere Zahlen gehen von täglich bis zu 100.000 Toten aus - mehr als 30 Millionen jährlich. Dieses Massaker geschieht täglich im Wissen aller. Trotz Gen-Pflanzen und High-Tech-Landwirtschaft bleibt der Hunger die Todesursache Nummer eins in der Welt.


Kommentar

Noch immer sterben nach Angaben des Welternährungsprogramms (World Food Programme - WFP) mehr Menschen an Unterernährung als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Weit mehr Menschen kommen durch Hunger ums Leben als durch Kriege.

2015 hatten 795 Millionen Menschen auf der Welt nicht genug zu essen. Die Zahl der Hungernden ist seit 1990 um 216 Millionen zurückgegangen. Das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, den weltweiten Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden, kann jedoch nur mit größten internationalen Anstrengungen erreicht werden. Vor allem Krisen und Konflikte, Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels stellen große Herausforderungen im Kampf gegen den Hunger dar. (Quelle: State of Food Insecurity in the World, FAO 2015)

Viele Opfer verhungern nicht, weil sie zu wenig Nahrung finden. Sie sterben, weil sie verschmutztes Wasser trinken müssen. Oder weil sie unsaubere Nahrungsmittel zu sich nehmen, die jedes Jahr für zwei Milliarden Krankheitsfälle sorgen. Alle vier Minuten verliert ein Mensch wegen Vitamin A-Mangels sein Augenlicht. Kinder bleiben in Folge von Proteinmangel geistig behindert.

Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet, denn es gibt keinen objektiven Mangel an Nahrung. Doch eine bessere Verteilung will nicht gelingen, und Hilfslieferungen sind keine Dauerlösung. Zur Selbsthilfe fehlt den Betroffenen aber viel - zum Beispiel:

•  Finanzielle Mittel
•  Zugang zu bewirtschaftbarem Boden
•  Sauberes Wasser
•  Bildung

Profitinteressen verschärfen die Lage und Agrarsubventionen der Industrieländer benachteiligen die Entwicklungsländer. Folge: Der Hungertod bleibt allgegenwärtig. Man erklärt dies meist mit Naturgesetzlichkeit oder Überbevölkerung - beides halten Experten für eine glatte Lüge...


 Welternährungstag 2016 (Welthungertag 2016) - Logo

Zur Erinnerung: Welternährungstag 2016

Das Thema des World Food Day 2016 lautet "Climate is changing. Food and agriculture must too". Frei übersetzt: "Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen dies auch" [~müssen sich ebenfalls ändern].

Sieben Schwerpunkte werden angesprochen:

  1. Forstwirtschaft
  2. Landwirtschaft
  3. Viehzucht / Viehhaltung
  4. Verlust und Verschwendung von Nahrungsmitteln
  5. Natürliche Ressourcen
  6. Fischerei / Fischereiwirtschaft
  7. Nahrungssysteme (z.B. nachhaltige Nahrung)
Auf dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2015 versprachen 193 Länder, den Hunger innerhalb der folgenden 15 Jahren auszumerzen. Zwei Monate später wurde in dem Pariser Abkommen zum Klimawandel die Nahrungssicherheit als eine prioritäre Aufgabe anerkannt. Das globale Ziel "Null Hunger in 2030" kann aber ohne Berücksichtigung des Klimawandels nicht erreicht werden.
 

Das Thema des Welternährungstags 2016 kommt Ihnen sperrig vor? Genauso sperrig ist auch die globale Resonanz. Man erinnert an den Tag, macht einen internationalen Poster- und Video-Design Wettbewerb - und damit hat es sich weitestgehend...