Flüchtlinge – weltweite Flucht und Vertreibung

SPOTLIGHT: Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2019 stellte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen den diesjährigen Weltflüchtlingsbericht "Global Trends 2018" in Berlin vor. Weltweit sind erstmals mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht.


Globale Zahlen der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden

2018 - mehr Menschen auf der Flucht als jemals zuvor

Die Grafik zeigt im linken Säulendiagramm die Entwicklung der weltweiten Flüchtlingszahlen bis zum Jahr 2018 und im rechten Säulendiagramm deren Aufschlüsselung im gleichen Jahr. Von den im Jahr 2018 rund 70,8 Millionen Personen waren über ein Drittel ins Ausland Geflüchtete und über die Hälfte sogenannte Binnenvertriebene (umgangssprachlich Binnenflüchtlinge). Mehr als 3 Millionen der Flüchtenden waren Asylbewerber, d.h. Personen, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben.

Im unteren Teil der Grafik sind die fünf Hauptherkunftsländer (Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia - rote Balken) und die fünf Hauptaufnahmeländer (Türkei, Pakistan, Uganda, Sudan und Deutschland - grüne Balken) für das Jahr 2018 dargestellt.

Wer ist ein Flüchtling?
Ein Flüchtling ist eine Person, die fluchtartig ihr Heimatland - also das Land, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt - verlässt, um in einem anderen Land Schutz zu suchen. Näheres siehe Erläuterungen weiter unten.

Weiterführender externer Link

  • UNHCR - The UN Refugee Agency
    (Webpräsenz des UNHCR [formal: United Nations High Commissioner for Refugees - umgangssprachlich: "Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen"] - in Englisch)

Flüchtlinge weltweit - die größten Herkunftsländer und Aufnahmeländer

Globale Flüchtlingszahlen 2018 

Die Grafik zeigt die zehn obersten Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge (rot) und zehn obersten Hauptaufnahmeländer der Flüchtlinge (grün) verbunden mit den jeweiligen Zuzugs- bzw. Fortzugszahlen mit Stand Ende 2018. Zwei Schwerpunktregionen werden deutlich: Vorderasien sowie Zentral- und Ostafrika.

Erschreckend ist, dass die größten Fluchtzahlen im Gegensatz zu früheren Jahren nunmehr in unmittelbarer Nachbarschaft Europas liegen: Zum einen Syrien als Hauptherkunftsland mit über 6,7 Millionen ins Ausland geflüchteten Personen und zum anderen die Türkei als Hauptaufnahmeland mit fast 3,7 Millionen Flüchtlingen aus Syrien. Im Jahr 2018 ist auch Deutschland unter den ersten zehn Aufnahmeländern zu finden - an fünfter Stelle stehend mit fast 1,1 Millionen Flüchtlingen.

Weiterführender externer Link


Erläuterungen und Erkenntnisse

Achtung - Definitionsfalle:
Umgangssprachlich werden in Deutschland alle Personen als Flüchtlinge bezeichnet, die ohne vorherige Inanspruchnahme formeller gesetzlicher Regelungen in das Land einreisen, d.h. die Grenze übertreten. Demgegenüber gibt es den Rechtsstatus des "anerkannten Flüchtlings", der Personen in einem geregelten Asylverfahren zuerkannt wird. Im Jahr 2015 wurde in Deutschland rund die Hälfte der Asylsuchenden zu "anerkannten Flüchtlingen".

(1) Flüchtling
Nach Art.1 der Genfer Flüchtlingskonvention (Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951) ist ein Flüchtling eine Person, die „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will [...]“.

(2) Flüchtlinge vs. Asylbewerber
In der Regel wird in Deutschland von neu ins Land kommenden Flüchtlingen ein Antrag auf Asyl gestellt; sie werden damit Asylbewerber. Die Zahl der in Deutschland umgangssprachlich als Flüchtlinge bezeichneten Personen kann daher in etwa mit der Zahl der volljährigen(!) Asylbewerber plus deren Kinder - die als Faustformel etwa die Hälfte der Flüchtlinge ausmachen - gleichgesetzt werden.

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