Kaukasus – Krisen und Konflikte der Region

AKTUELL: Anfang April 2016 waren an der Grenze von Berg-Karabach Kämpfe zwischen Aserbaidschanern und Armeniern aufgeflammt, in deren Verlauf 64 Menschen getötet wurden. Am 5. April wurde eine Waffenruhe vereinbart. Vergleiche auch das Thema "eingefrorene Konflikte" der Kaukasus-Region weiter unten.


Krisenregion Kaukasien - eingefrorene Konflikte (aktueller Stand)

Krisenregion Kaukasien

Nach den Unruhen in Berg-Karabach, Ossetien, Adscharien und Abchasien lenkten zuletzt der zweite Tschetschenien-Krieg und der Kaukasuskrieg 2008 den Blick wieder in Richtung Kaukasien (den aktuellen Stand zeigt die nebenstehende Grafik).

In Nordkaukasien rührt das Konfliktpotential in erster Linie aus den Eingriffen in die regionalen Lebensverhältnisse durch den russischen Kolonialismus und die Sowjetisierung her. Der über Jahrhunderte gewachsenen sprachlichen, religiösen, kulturellen und sozialökonomischen Heterogenität wurden Züge tiefgreifender gesellschaftlicher Transformation, teilweise auch Deformation hinzugefügt.


Krisenregion Kaukasien - Konflikte mit Stand 2008

Die Lage 2008 zum Vergleich

Die nebenstehende Grafik mit Stand Juli 2008 macht deutlich, dass der Kaukasus-Kamm keine klare Trennlinie bildet; vielmehr sind viele der Konflikte grenzübergreifend und Bestandteil eines Erbes, welches nicht nur die nordkaukasischen Republiken Russlands, sondern auch die drei transkaukasischen Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan bewältigen müssen.

Insgesamt wird die ohnehin recht unübersichtliche politische Gliederung Kaukasiens den gegenwärtigen Realitäten aber nicht gerecht, da die Region durch Sezessionskriege und Autonomiebestrebungen politisch und wirtschaftlich zerstückelt wurde.

Einen Überblick über die sogenannten "Eingefrorenen Konflikte" der Region finden Sie nachfolgend.


Übersicht über
Eingefrorene Konflikte (Frozen Conflicts) von besonderer Brisanz

1. Georgien

Nach dem Kaukasuskrieg im August 2008 zwischen Georgien auf der einen und Russland sowie Südossetien und Abchasien auf der anderen Seite erklärten sich

•  Abchasien
•  Südossetien

für unabhängig. Bis heute haben fünf "Weltmächte" Abchasien und Südossetien anerkannt: Russland, Nicaragua, Venezuela, Nauru und Tuvalu.

2. Aserbaidschan / Armenien

Im Südwesten Aserbaidschans liegt die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach (auch Nagorny Karabach). Das Gebiet seit knapp hundert Jahren zwischen Armeniern und Aserbaidschanern umstritten. 1991 entzündete sich ein militärischer Konflikt, in dessen Verlauf sich die international nicht anerkannten Republik

•  Berg-Karabach

für unabhängig erklärte. Seit 1992 wird Berg-Karabach und eine großräumige Schutzzone von Truppen der Republik Berg-Karabach und Armeniens gehalten. Die heutige Einwohnerzahl liegt bei etwa 145.000, nach der Flucht der Aserbaidschaner sind dies zum allergrößten Teil Armenier.