Bundeshaushalt 2022

SPOTLIGHT: Die Bundesregierung hat am 23. Juni 2021 den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 beschlossen. Der Bund kann 2022 rund 443 Milliarden Euro ausgeben. Gleichzeitig steigt die Neuverschuldung von den ursprünglich geplanten 10,5 Milliarden über die im März genannten 81,5 Milliarden auf nunmehr 99,7 Milliarden Euro - vor allem wegen Mehrkosten und Mindereinnahmen aufgrund der Corona-Krise.


Bundeshaushalt 2022 - Eckwertebeschluss der Bundesregierung - 24. März 2021

Bundeshaushalt 2022 - Regierungsentwurf
(Bundesregierung - 23. Juni 2021)

Das Bundeskabinett hat am 23. Juni 2021 den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2022 und den Finanzplan bis 2025 beschlossen. Der Bund kann 2022 rund 443 Milliarden Euro ausgeben. Gleichzeitig steigt die Neuverschuldung auf 99,7 Milliarden Euro - vor allem zur Bewältigung der Pandemie und zur Stabilisierung der Wirtschaft. Die hohe Neuverschuldung ist nur aufgrund einer Ausnahmeregelung der geltenden Schuldenbremse möglich. Dies muss vom (neuen) Bundestag jeweils gesondert beschlossen werden.

Gesamtausgaben 443,0 Mrd. Euro
Neuverschuldung = 99,7 Mrd. Euro (rote Säule)
Investitionen = 51,8 Mrd. Euro (grüne Säule)
Größte Einzelposten (Balken) sind:

  • Arbeit und Soziales = 162,9 Mrd. Euro
  • Verteidigung = 50,3 Mrd. Euro
  • Allgemeine Finanzverwaltung = 47,1 Mrd. Euro
  • Verkehr und digitale Infrastruktur = 35,9 Mrd. Euro
  • Gesundheit = 26,2 Mrd. Euro

Weiterführende externe Links


Zum Vergleich
Bundeshaushalt 2021 - Bereinigungssitzung - 27. November 2020
Bundeshaushalt 2021 (Dezember 2000)

Zum Vergleich
Bundeshaushalt 2021 - Bundestagsbeschluss
(11. Dezember 2020)

Der Bund kann im kommenden Jahr 498,6 Milliarden Euro ausgeben. Gleichzeitig steigt die Neuverschuldung von den im Regierungsentwurf geplanten 96,2 Milliarden Euro auf 179,8 Milliarden Euro. Der Deutsche Bundestag beschloss am 11. Dezember 2020 den Bundeshaushalt 2021 und übernahm damit den Entwurf des Haushaltsausschusses, den dieser nach rund 17-stündiger Bereinigungssitzung Ende November 2020 verabschiedet hatte.

Gesamtausgaben 498,6 Mrd. Euro
Neuverschuldung = 179,8 Mrd. Euro (rote Säule)
Investitionen = 61,9 Mrd. Euro (grüne Säule)
Größte Einzelposten (Balken) sind:

  • Arbeit und Soziales = 164,92 Mrd. Euro
  • Allgemeine Finanzverwaltung = 92,91 Mrd. Euro
  • Verteidigung = 46,93 Mrd. Euro
  • Verkehr und digitale Infrastruktur = 41,15 Mrd. Euro
  • Gesundheit = 35,30 Mrd. Euro

Weiterführende externe Links



Anmerkungen zum Bundeshaushalt

1. Neuverschuldung

Die Schwarze Null sollte auch 2021 stehen - dann zum achten Mal in Folge. Im Jahr 2014 kam der Bundeshaushalt erstmals seit 1969 ohne Neuverschuldung aus. Doch die Corona-Krise machte einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Für 2020 ist eine Nettokreditaufnahme von rund 217,8 Milliarden Euro geplant - und für 2021 eine Nettokreditaufnahme von immer noch 179,8 Milliarden Euro. Diese Neuverschuldungen setzen sich zusammen aus Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen des Corona-Virus und prognostizierten Steuermindereinahmen.

2. Bundesschuld

Hinter dem Einzelposten "Bundesschuld" verbergen sich in erster Linie die Zinsausgaben des Bundes. Diese Aufwendungen konnten in den letzten Jahren aufgrund niedriger Zinsen deutlich gesenkt werden. Dennoch muss der Bund mittelfristig vermutlich etwa jeden zehnten Euro für den Zinsdienst aufwenden - also Geld aufbringen, dass durch den Schornstein raucht, ohne dass damit auch nur ein einziger Euro des Schuldenberges abgebaut würde.

3. Allgemeine Finanzverwaltung

Der Etat "Allgemeine Finanzverwaltung", hinter dem sich in erster Linie Ausgaben für Pensionen etc. verbergen, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht und dürfte auch langfristig angesichts der in den vergangenen Jahrzehnten mangelnden Vorsorge noch deutlicher zunehmen. Als Folge der Corona-Krise musste dieser Einzelposten um mehr als 100 Milliarden Euro im Rahmen der Nettokreditaufnahme des Bundes erhöht werden!

4. Arbeit und Soziales

Der Einzeletat des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist und bleibt nach wie vor der weitaus größte Einzelposten des Bundeshaushalts und verschlingt inzwischen rund 40 Prozent der Ausgaben - trotz des erfreulichen Abbaus der Arbeitslosigkeit. Die Zahlen werden sich aufgrund der Corona-Krise deutlich verändern...

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