Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland

Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland bis 2018

Wanderungen 1991 bis 2018

Die Grafik zeigt die jährlichen Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland (Außenwanderung) in einer Übersicht wie folgt:

  • Zuzüge (rote Linie)
  • Fortzüge (blaue Linie)
  • Wanderungssaldo (grüne Balken)

Linien und Säulen zeigen die Wanderungen insgesamt, also Bewegungen von Ausländern und Deutschen. Die zugehörigen Zahlenangaben für die abgebildeten Bewegungen finden Sie im Detail in den Webseiten dieses Themenbereichs.

Bezogen auf die letzten Jahre bleibt festzuhalten, dass 2018 insgesamt 1.585.000 Personen nach Deutschland zuzogen. Diese Zahl liegt auf hohem Niveau etwas höher als 2017, aber deutlich niedriger als die des Jahres 2015 mit rund 2.137.000 Personen. Die bis dahin höchste Zuwanderungszahl hatte es im Jahr 1992 mit etwa 1,5 Millionen Personen gegeben. Zugleich zogen 2018 rund 1.185.000 Personen aus Deutschland fort - dies ist der zweithöchste jemals gemessene Jahreswert.

2015 2016 2017 2018
Zuwanderung 2.137.000 1.865.000 1.551.000 1.585.000
Abwanderung 998.000 1.365.000 1.135.000 1.185.000
Wanderungsüberschuss 1.139.000 500.000 416.000 400.000

Weiterführende externe Links


Anmerkungen zur Migration

1. Migration beschränkt sich nicht auf Ausländer, sondern schließt auch die Wanderungsbewegungen Deutscher mit ein.

2. Migration ist nicht identisch mit der Zuwanderung von Schutzsuchenden.

3. Bei den Zuzügen von Ausländern muss deren Zusammensetzung beachtet werden: Das Migrationsgeschehen wird zwar wesentlich vom Zu- und Fortzug nach bzw. aus Drittländern bestimmt, Europäer stellten 2018 aber über zwei Drittel aller Zuziehenden. Diese werden meist nicht unmittelbar als "Ausländer" erkannt bzw. angesehen.

4. Migration setzt sich aus verschiedenen Formen von Zuzug und Fortzug zusammen (Auswahl):

  • Auswanderung und Rückkehr deutscher Staatsbürger
  • EU-Binnenmigration
  • Ehegatten- und Familiennachzug aus bzw. Rückkehr in Drittstaaten
  • Asylzuwanderung und Rückführung in das Herkunftsland
  • Spätaussiedler (mit deutlich abnehmender Tendenz)
  • Jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen UdSSR und mögliche Weiterwanderung (USA, Israel u.a.)
  • Aufnahme von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge sowie deren Rückkehr
  • Spezialformen zeitlich begrenzter Zuwanderung (z.B. Greencard-Inhaber, Studenten)
  • Zeitlich begrenzte Arbeitsmigration aus Nicht-EU-Staaten (z.B. Werksvertrags-, Gast- und Saisonarbeitnehmer)

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Kommentar und Erläuterungen

Der Begriff Außenwanderung wird für Zuzüge und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands verwendet, um diese von der sogenannten Binnenwanderung innerhalb und zwischen den Bundesländern zu unterscheiden.

Vorsicht - Interpretationsfalle: Ein Wanderungsüberschuss wie zum Beispiel im Jahr 2017 von "nur" rund 416.000 Personen darf nicht darüber hinweg täuschen, dass tatsächlich im gleichen Jahr 1.384.000 Zuwanderer mit ausländischem Pass als Neubürger in die Gesellschaft integriert werden mussten und müssen. Die Zahlen ausländischer Neubürger summieren sich allein seit 2010 auf fast zehn  Millionen(!). Wir schaffen das?

Die steigende Anzahl der Zuzüge seit 2009 war anfänglich insbesondere auf die verstärkte Zuwanderung aus osteuropäischen Ländern und den krisengeschwächten südeuropäischen Ländern zurückzuführen ist. Seit etwa 2013 dominiert die verstärkte Zuwanderung Asylsuchender aus Krisenländern wie Syrien, Irak, Afghanistan oder Somalia die Wanderungsbewegungen über die Grenzen Deutschland.

Für die Akten:
Unser Kommentar vom Juli 2015 (!)

"Die Relation der Zuzugszahlen dürfte sich im Jahr 2015 dramatisch verändern. Kam 2014 nur etwa ein Viertel der Zuwanderer aus nicht-europäischen Ländern (ca. 300.000), so könnte 2015 nach vorläufigen Schätzungen etwa eine Million Flüchtlinge bzw. Asylsuchende zusätzlich(!) zuwandern. Die Gesamtzahl der Zuzüge würde damit den bisher höchsten Wert aus dem Jahr 1992 (rund 1,5 Millionen) deutlich übertreffen und könnte sich der 2-Millionen-Marke nähern oder diese sogar übersteigen..."