Die G20 auf einen Blick

SPOTLIGHT: Der G20-Gipfel 2021 fand vom 30. bis zum 31. Oktober 2021 unter dem Vorsitz Italiens in Rom statt. Es war das 16. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der zwanzig "führenden" Industrie- und Schwellenländer. Chinas Präsident Xi Jinping und der russische Präsident Wladimir Putin waren nicht angereist, aber per Video zugeschaltet. Als geschäftsführende Bundeskanzlerin hatte Angela Merkel zusammen mit ihrem de facto Nachfolger Olaf Scholz an dem Gipfel teilgenommen.

 G20 - Logo
Group of Twenty (G20)
Gruppe der Zwanzig

G20 - Mitglieder

 

Hintergrund
Die G20 ist eine informelle Gruppe aus 19 Einzelstaaten und der EU als Ganzes, die 1999 von den Finanzministern der G7 als Reaktion auf die asiatische Finanzkrise Ende der 90er Jahre als institutionalisiertes Dialogforum zwischen Industriestaaten und wichtigen Schwellenländern gegründet wurde.

Ziele
Abstimmungsprozesse und gemeinsame Stellungnahmen im Bereich der internationalen Finanz- und Währungspolitik. Seit 2009 ist die G20 nach dem Beschluss der Staats- und Regierungschefs das zentrale Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Mitglieder (20)
Die Grafik zeigt die Mitglieder der G20, wobei vier Gruppierungen farblich unterschieden und erläutert werden. Eine tabellarische Übersicht der Mitglieder finden Sie in der Tabelle am Seitenende.


G20 - Mitglieder und globale Rangfolge ihrer Wirtschaftskraft

G20 - Weltrangfolge nach Wirtschaftspotential 2020

Die Grafik zeigt den Weltrang der in der G20 vertretenen Einzelstaaten gemessen nach ihrem nominalen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 in Tabellenform sowie die Mitgliedschaft insgesamt in der gleichen farblichen Kennzeichnung wie in der oberen Grafik. Die Weltrangfolge reicht von Nummer 1 (USA) bis zu Nummer 39 (Südafrika). Würde die globale Rangfolge auch Organisationen einschließen, stünde die EU-27 im Jahr 2020 an (noch) zweiter Stelle.


G20 - Vergleich der Wirtschaftsleistung - BIP nominal

G20 - Vergleich der Wirtschaftsleistung 2020 

Die Grafik vergleicht die Wirtschaftskraft der G20-Mitglieder gemessen nach ihrem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Das globale BIP betrug 2020 rund 84.700 Milliarden, das BIP der G20 insgesamt annähernd 70.200 Milliarden. Der Anteil der G20 beträgt damit rund 83 Prozent der Weltwirtschaftsleistung. Die BIP-Größen sind u.a. aufgrund der Corona-Pandemie niedriger als im Jahr 2019.


G20 - Vergleich der Einwohnerzahlen in Millionen

G20 - Vergleich der Einwohnerzahlen 2020

Die Grafik zeigt die Einwohnerzahlen der G20-Mitglieder in Millionen für das Jahr 2020. Die Weltbevölkerung umfasste etwa 7.750 Millionen, die Einwohnerzahl der G20 insgesamt betrug rund 4.850. Die G20 Mitglieder repräsentieren damit zusammen etwa 63 Prozent der Weltbevölkerung.


Präsidentschaft
Jedes Jahr am 1. Dezember übernimmt ein anderes Mitglied die Präsidentschaft. Die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs finden jährlich statt. Der jüngste G20-Gipfel 2021 fand vom 30. bis zum 31. Oktober 2021 unter dem Vorsitz Italiens in Rom statt. Es war das 16. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der zwanzig "führenden" Industrie- und Schwellenländer.

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Faustformel für G20

  •   80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung
  •   75 Prozent des Welthandels
  •   60 Prozent der Weltbevölkerung

Hinweis: Die Daten dieser Webseite basieren auf den World Development Indicators (Weltentwicklungsindikatoren) der Weltbank vom 01. Juli 2021 und zeigen den Datenstand für 2020.

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Kommentar

(1) Die Bedeutung der G20

Die Bedeutung der G20 hat mit der internationalen Finanzkrise 2008/2009 erheblich zugenommen. Die G20 bereitete die beiden ersten "Weltfinanzgipfel" (15. November 2008 in Washington und 2. April 2009 in London) vor. Dies verdeutlicht, dass der durchaus richtige Ansatz einer repräsentativeren internationalen Gruppierung noch immer stark finanzorientiert ist.

Mittelfristig könnte diese Gruppe aus Industriestaaten und Schwellenländern die G7 / G8 ergänzen, langfristig sogar ersetzen, und so zu einem wichtigen Forum finanz- und wirtschaftspolitischer Aspekte werden. Allerdings: Je mehr Mitglieder, desto größer die Gefahr der Zersplitterung und die Gefahr, dass deutlich divergierende Interessen eine Konsensfindung erschweren.

(2) Die Wirtschaftskraft der Gruppe

Interessante Erkenntnisse sind unter anderem: Die sogenannten Schwellenländer mit Ausnahme Argentiniens und Südafrikas sind längst in die Phalanx der führenden Wirtschaftsländer eingedrungen. Weltrangfolge für das Jahr 2020: China (2), Indien (6), Brasilien (12) und Mexiko (15). Die Aufnahme Südafrikas (Weltrang 39 im Jahr 2020) als derzeit hinter Nigeria nur zweitstärkster Wirtschaftsstaat Afrikas in die Gruppe der O-5 entspringt der geopolitischen Überlegung, wenigstens einen afrikanischen Staat "mit am Tisch" zu haben.

Südafrika (39) und Argentinien (30) sind die beiden einzigen G20-Staaten, die außerhalb der eigentlichen Top-20 liegen. Die in der Weltrangfolge fehlenden Plätze werden überwiegend von europäischen Staaten belegt. Würde die globale Rangfolge auch Organisationen einschließen, stünde die EU-27 an zweiter Stelle.

Unter den Schwellenländern befindet sich u.a. die Türkei (Weltrang 19), die entgegen landläufiger Meinung durchaus das Potential für ein wirtschaftlich "boomendes" Land hat - beginnend 2017 aber einen deutlichen Dämpfer mit sehr hohen Inflationsraten erhielt. Hinweis: Eine einheitliche Definition der Begriffe "Schwellenland" bzw. "aufstrebendes Schwellenland" existiert nicht.


Tabelle
Mitglieder der G-20

Argentinien
Australien
Brasilien
China
Deutschland
Frankreich
Großbritannien
Indien
Indonesien
Italien
Japan
Kanada
Mexiko
Russland
Saudi-Arabien
Südafrika
Süd-Korea
Türkei
USA
sowie die EU als Ganzes