Wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands

SPOTLIGHT: Im Jahr 2020 lag das nominale preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bei 3.336 Milliarden Euro und damit um rund 120 Milliarden niedriger als im Jahr 2019.


Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit 1950 (nominal)

Entwicklung des BIP seit 1950

Die Grafik zeigt die Entwicklung des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Milliarden Euro in 5-Jahresschritten von 1950 bis 2015 (grüne Säulen) und das aktuelle BIP des Jahres 2020 (gelbe Säule). Das BIP der Bundesrepublik Deutschland erreichte im Jahr 2020 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts eine Höhe von 3.336,2 Milliarden Euro und lag damit um rund 120 Milliarden niedriger als im Jahr 2019.

Das BIP wird nominal, also zu jeweiligen Marktpreisen, ausgewiesen. Dies bedeutet, dass der Preisindex, sprich die Inflationsrate, eingerechnet wird. Die Angaben bis 1990 gelten für das frühere Bundesgebiet, ab 1991 für Gesamtdeutschland. Datenquelle aller Zahlen auf dieser Webseite ist das Statistische Bundesamt (Destatis). Näheres siehe Erläuterungen weiter unten.

Weiterführender externer Link


Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der letzten Jahre (nominal)

Entwicklung des BIP in den letzten Jahren
(in Euro)
Die Grafik zeigt das nominale BIP in Milliarden Euro in Jahresschritten bis zum Jahr 2020. Bitte beachten: Die Skalierung der Grafik beginnt bei 2.000 Milliarden Euro. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Bundesrepublik Deutschland sank im Jahr 2020 auf 3.336 Milliarden Euro. Das preisbereinigte BIP lag damit um rund 120 Milliarden unter dem Ergebnis des Jahres 2019.

In der Grafik deutlich werden die Einbrüche im Krisenjahr 2009 und im Corona-Krisenjahr 2020 (rote Säulen). Zwar konnte nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 bereits im folgenden Jahr 2010 die nominale Wirtschaftsleistung von 2008 wieder erreicht und leicht übertroffen werden, aber erst im Jahr 2011 wurde die Wirtschaftsleistung mit ca. 2.700 Milliarden Euro wieder deutlich gesteigert.

Für das Jahr 2021 wird von einer wirtschaftlichen Erholung ausgegangen. Ob diese aber den Einbruch von 2020 ausgleichen oder gar wieder zu deutlichen Steigerungen führen kann, bleibt abzuwarten. Da das BIP nominal, also zu jeweiligen Marktpreisen, ausgewiesen ist, wird die Größe der Einbrüche in den Krisenjahren 2009 und 2020 durch die Einrechnung der Inflationsrate etwas kaschiert. Vergleicht man die Wirtschaftsleistung in Maßeinheiten, werden die Einbrüche dramatisch verdeutlicht (siehe nächste Grafik).


Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der letzten Jahre - in Maßeinheiten

Entwicklung des BIP in den letzten Jahren
(in Maßeinheiten)
Die Grafik zeigt die Entwicklung des BIP in der gleichen Systematik wie in der oberen Grafik, diesmal jedoch in Maßeinheiten (ME) angegeben. Das Jahr 2015 ist die aktuelle Ausgangsbasiseinheit mit ME 100. Die Grafik reicht bis zum Jahr 2020. Das Schaubild verdeutlicht die in der oberen nominalen Grafik etwas kaschierten Einbrüche in der Entwicklung des BIP (rote Säulen).

Deutlich wird zum einen der Einbruch im Jahr 2009, der eine Lücke hinterließ, die auch im Folgejahr nicht geschlossen werden konnte. Zum anderen den Einbruch im Corona-Krisenjahr 2020, der ebenfalls eine große Lücke hinterließ, allerdings etwas schwächer als 2009. Zwar wird für das Jahr 2021 von einer wirtschaftlichen Erholung ausgegangen, ob diese aber den Einbruch von 2020 ausgleichen oder gar wieder zu deutlichen Steigerungen führen wird, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist, dass die Lücke erst 2022/2023 geschlossen werden kann.


Erläuterungen

Jedes Jahr im August werden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des BIP der letzten vier Jahre überarbeitet und, soweit erforderlich, revidiert. Korrekturen der saison- und kalenderbereinigten Ergebnisse sind in der gesamten Zeitreihe ab 1991 möglich.

Diese laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.


Kommentar zum Krisenjahr 2009

Welche dramatischen Auswirkungen die Entwicklung im globalen Kontext hatte, wird deutlich, wenn man die Entwicklung des BIP Deutschlands und Chinas im Krisenjahr 2009 vergleicht. Da das Wachstum der chinesischen Wirtschaft trotz globaler Wirtschafts- und Finanzkrise bei über 9 Prozent lag, während die deutsche Wirtschaftsleistung um über 5 Prozent einbrach, hatte sich der Abstand der Wirtschaftsleistung dieser beiden Staaten innerhalb nur eines Jahres um etwa 700 Milliarden(!) US-Dollar vergrößert.

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