EUROPA 2020 – die Wachstumsstrategie der EU

EUROPA 2020 - die Architektur der Wachstumsstrategie der EU

Die Architektur der Wachstumsstrategie

EUROPA 2020 ist die aktuelle Wachstumsstrategie der Europäischen Union, die 2010 als Nachfolgeprogramm für die wenig erfolgreiche Lissabon-Strategie beschlossen wurde. Durch ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum soll ein hohes Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt erreicht werden. Die Grafik zeigt von oben nach unten die

  • 5 Kernziele (gelb) mit einigen Stichworten zu den Zielvorgaben
  • 3 Prioritäten (Ellipsen) für das Wachstum
  • 7 EU-Leitinitiativen (weiße Kästen), die die nationalen Anstrengungen zur Erreichung der Wachstumsziele unterstützen sollen.

Für das Wachstum werden drei sich gegenseitig verstärkende Prioritäten vorgeschlagen: Intelligentes Wachstum, nachhaltiges Wachstum und integratives Wachstum. Diese Wachstumsziele sollen durch sieben EU-Leitinitiativen gefördert und unterstützt werden.

Um die Webseite übersichtlich zu halten, haben wir die umfang- und detailliereichen Originaltexte der Kernziele, Prioritäten und EU-Leitinitiativen weiter unten getrennt aufgelistet.

Weiterführender externer Link

  • EUROPA 2020
    (Webseite der Europäischen Kommission in Deutsch, gut strukturiert und mit vielen weiterführenden Links)

EUROPA 2020 - die Kernziele der Wachstumsstrategie der EU

Die Kernziele der Wachstumsstrategie

Die Strategie EUROPA 2020 benennt Kernziele in fünf Bereichen

  1. Beschäftigung
  2. Innovation
  3. Klima und Energie
  4. Bildung
  5. Soziale Integration

Die Grafik zeigt im oberen Kasten Hintergrundinformationen zu dem verfehlten Ziel der alten Lissabon-Strategie für Wachstum und listet im unteren Kasten die fünf Kernziele der neuen Wachstumsstrategie EUROPA 2020 auf.

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Nachfolgend sehen Sie die Kernziele, Prioritäten und Leitinitiativen der Wachstumsstrategie EUROPA 2020 im Detail.


EUROPA 2020

Die fünf Kernziele

1. Erhöhung der Beschäftigungsquote der 20-64-jährigen von derzeit 69% auf mindestens 75%.

2. Investitionen in Höhe von 3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung (FuE), insbesondere durch verbesserte Bedingungen für FuE-Investitionen des Privatsektors, sowie Entwicklung eines neuen Indikators zur Erfassung von Innovation.

3. Verringerung der Treibhausgasemissionen um mindestens 20% gegenüber 1990 bzw. um 30%, wenn die Bedingungen dies zulassen, Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien an unserem Energieendverbrauch auf 20% sowie Steigerung der Energieeffizienz um 20% (diese Vorgaben firmieren oft unter dem Begriff "Klimaziele 20-20-20").

4. Verringerung der Schulabbrecherquote von derzeit 15% auf 10% sowie Erhöhung des Anteils der 30-34-jährigen mit Hochschulabschluss von 31% auf mindestens 40%.

5. Verringerung der Zahl der unter den nationalen Armutsgrenzen lebenden Europäer um 25%, wodurch 20 Millionen Menschen aus der Armut befreit würden.


Die drei Wachstums-Prioritäten

Für das Wachstum werden drei sich gegenseitig verstärkende Prioritäten vorgeschlagen:

1. Intelligentes Wachstum - Entwicklung einer auf Wissen und Innovation gestützten Wirtschaft

2. Nachhaltiges Wachstum - Förderung einer ressourcenschonenden, ökologischeren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft

3. Integratives Wachstum - Förderung einer Wirtschaft mit hoher Beschäftigung und ausgeprägtem sozialen und territorialen Zusammenhalt.

Diese Wachstumsziele sollen durch die folgenden sieben EU-Leitinitiativen gefördert und unterstützt werden.


Die sieben EU-Leitinitiativen

Priorität Intelligentes Wachstum

1. EU-Leitinitiative "Innovationsunion" zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Verfügbarkeit finanzieller Mittel für Forschung und Innovation, um die Innovationskette zu stärken und die Investitionen in der Union zu erhöhen.

2. EU-Leitinitiative "Jugend in Bewegung", um unsere Bildungssysteme leistungsfähiger und das europäische Hochschulwesen attraktiver für Studenten aus aller Welt zu machen.

3. EU-Leitinitiative "Eine digitale Agenda für Europa", um die Verbreitung des Hochgeschwindigkeits-Internet zu beschleunigen und die Vorteile eines digitalen Binnenmarktes für Haushalte und Unternehmen zu nutzen.

Priorität Nachhaltiges Wachstum

4. EU-Leitinitiative "Ressourcenschonendes Europa" zur Abkopplung des Wirtschaftswachstums von der Ressourcennutzung durch den Einsatz kohlenstoffarmer Technologien, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien, die Modernisierung unseres Verkehrswesens und die Förderung von Energieeffizienz.

5. EU-Leitinitiative "Eine Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung" zur Verbesserung des Geschäftsumfelds, insbesondere für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU), und zur Förderung einer starken und tragfähigen Industriestruktur, die international wettbewerbsfähig ist.

Priorität Integratives Wachstum

6. EU-Leitinitiative "Neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten" zur Modernisierung der Arbeitsmärkte, indem die Mobilität der Erwerbstätigen und der lebenslange Erwerb von Qualifikationen erleichtert werden, um die Beschäftigungsquote zu erhöhen und Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt besser aufeinander abzustimmen.

7. EU-Leitinitiative "Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut" zur Gewährleistung des sozialen und territorialen Zusammenhalts, damit die Vorteile von Wachstum und Beschäftigung allen zugutekommen, und Menschen, die unter Armut und sozialer Ausgrenzung leiden, in Würde leben und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen können.