Die G-77 auf einen Blick

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Group of 77 at the United Nations (G-77)
Gruppe der 77 bei den Vereinten Nationen

G-77 - Mitglieder

Hintergrund

Die G-77 wurde 1967 in Algerien mit der "Erklärung von Algier“ gegründet. Die Gründung geht zurück auf die erste sogenannte Welthandelskonferenz, der "Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung" (UN-Conference on Trade and Development - UNCTAD) im Jahr 1964.

Ziele

Die G-77 versteht sich als Sprachrohr der Entwicklungsländer innerhalb der Vereinten Nationen vor allem in entwicklungspolitischen Fragen. Ein Hauptziel ist die Verbesserung der Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt.

Mitglieder (134)

Zur Gründungszeit zählte die Gruppe 77 Mitglieder, heute gehören ihr 134 Mitglieder an. Dies sind 133 UN-Mitgliedstaaten sowie der "Staat Palästina". Der Name "Gruppe der 77" wurde aus historischen Gründen beibehalten. Die Gruppe selbst benutzt die Abkürzung G-77.

Auf eine Auflistung der Mitgliedstaaten wurde angesichts der großen Zahl verzichtet (bei Bedarf können Sie die Mitgliedschaft aus der Homepage der G-77 entnehmen - siehe Link). Eine kleine Hilfe zur Übersicht geben nach dem Ausschlussverfahren die folgende Grafik und Merkhilfe.

Weiterführender externer Link


G-77 - die NICHT-Mitglieder

Eine "einfache" Merkhilfe zur Mitgliedschaft

Von den 193 UN-Mitgliedstaaten sind 133 zugleich Mitglieder der G-77 (das 134. Mitglied der Gruppe, der "Staat Palästina", ist kein UN-Mitglied).

Folglich sind 60 UN-Mitglieder KEINE Mitglieder der G-77, nämlich

  • 52 OSZE-Staaten von insgesamt 57, denn vier OSZE-Staaten (Bosnien & Herzegowina, Turkmenistan, Tadschikistan und die Mongolei) sind zugleich Mitglieder der G-77 und ein OSZE-Staat, die Vatikanstadt, ist kein Mitglied der Vereinten Nationen
  • 8 weitere Staaten, nämlich Mexiko, Israel, Süd-Korea, Japan, Australien, Neuseeland und die beiden Inselstaaten Ozeaniens Palau und Tuvalu (Aufzählung von West nach Ost).

Bleibt natürlich ein Dilemma: Man muss wissen, wer zur OSZE gehört. Diese interne Webseite kann hier weiterhelfen
•  Die OSZE auf einen Blick


Strukturen der G-77

Die G-77 ist ein loser Zusammenschluss mit relativ schwacher Institutionalisierung. Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen fasst Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen weitergeleitet werden. In diesen Gremien sollen die Positionen und Forderungen der Entwicklungsländer koordiniert werden, um auf den Welthandelskonferenzen eine stärkere Verhandlungsposition zu erreichen.

Die G-77 verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die "Charta der wirtschaftlichen Rechte der dritten Welt" und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme wie das "Global system of Trade Preferences Among Developing Countries".

In der UNO tritt die G-77 auch bei politischen Fragen in der Regel geschlossen auf, das heißt mit nur einem Sprecher.


Kommentar

Aus den ursprünglich 77 Gründungsstaaten ist nunmehr mit über zwei Drittel der UN-Mitglieder eine Art "Mini-UN des Südens" entstanden, die allerdings äußerst heterogen ist und letztlich nur durch das Ziel zusammengehalten wird, die eigene (Verhandlungs-) Position gegenüber dem "reichen Norden" zu stärken.

Mit dem Beibehalten der Mitgliedschaften aufstrebender Schwellenländer - z.B. Brasilien, Indien und China (bereits zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt) - hat die G-77 im Prinzip ihren ursprünglichen Anspruch, das Sprachrohr der "Entwicklungsländer" zu sein, verwirkt. Gut möglich, dass sich die G-77-Mitgliedschaft in den nächsten Jahren / Jahrzehnten weiter verändern wird - dann aber zahlenmäßig nach unten.

Hinweis: Die Volksrepublik China begann ihre Kooperation mit der G-77 anlässlich der "UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung" im Jahr 1992, ist inzwischen aber Mitglied der G-77. Die immer noch häufig verwendete Terminologie "G-77 and China" geht auf die Anfangszeit der Kooperation zurück.