Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

2030-Agenda der UN - die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Hintergrund

Am 25. September 2015 verabschiedete die UN-Generalversammlung in Anwesenheit vieler Regierungs- und Staatschefs die "2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung". Mit den in ihr enthaltenen 17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung und weiteren 169 Unterzielen will die Weltgemeinschaft einen wesentlichen Schritt zu einer gerechteren, umweltverträglicheren und nachhaltigen globalen Entwicklung machen, bei der Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gleichermaßen gefordert sind.

Die neue Agenda (im Folgenden bei uns "2030-Agenda" genannt)  ist ein weltweit gültiger Aktionsplan mit konkreten Zielen für den Wandel hin zu einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung. Er wird in den kommenden 15 Jahren zahlreiche zentrale Politikbereiche prägen.

Weiterführender externer Link

  • Sustainable Development
    (Webpräsenz der UN-Abteilung für Nachhaltige Entwicklung, federführend für den Komplex "2030-Agenda", mit vielen weiterführenden Links - in Englisch)

Globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung - Logo der 2030-Agenda

Die globalen Ziele der 2030-Agenda

  1. Keine Armut
  2. Keine Hungersnot
  3. Gute Gesundheitsversorgung
  4. Hochwertige Bildung
  5. Gleichberechtigung der Geschlechter
  6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  7. Erneuerbare Energien
  8. Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
  9. Innovation und Infrastruktur
  10. Reduzierte Ungleichheiten
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
  12. Verantwortungsvoller Konsum
  13. Maßnahmen zum Klimaschutz
  14. Leben unter Wasser
  15. Leben an Land
  16. Frieden und Gerechtigkeit
  17. Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

Bitte beachten: Die hier aufgelisteten Ziele (in der Grafik in Englisch) erscheinen in ihrer verkürzten Form als eine Aufzählung von Allgemeinplätzen. Um ihre Intention zu verstehen, ist es notwendig, sich zumindest ihre ausformulierte Version anzuschauen.

Ein Beispiel: Das globale Ziel Nr. 2 lautet auf Deutsch "Keine Hungersnot" (Englisch: "Zero hunger"). Ausformuliert lautet das Ziel in seiner deutschen Übersetzung: "Beenden von Hunger und Hungertod, Erreichen der Nahrungssicherheit und verbesserten Ernährung sowie Förderung eines nachhaltigen Ackerbaus."

Weiterführender externer Link


UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung im September 2015 - Logo

Der neue Ansatz der 2030-Agenda

Die 2030-Agenda ist das Nachfolgeprogramm der Millenniumsentwicklungsziele, die 2000 verabschiedet und bis 2015 erreicht werden sollten, und firmiert deshalb auch unter der Bezeichnung "Post 2015-Agenda". Aus den alten Millennium Development Goals (MDGs) wurden Sustainable Development Goals (SDGs) - im Deutschen oft verkürzend bzw. irreführend als "Nachhaltige Entwicklungsziele" oder "Nachhaltigkeitsziele" bezeichnet.

(1)  Was soll mit der 2030-Agenda erreicht werden?

Die 17 globalen Ziele sollen bis zum Jahre 2030 drei außergewöhnliche Dinge erreichen: (1) Extreme Armut beenden. (2) Ungleichheit und Ungerechtigkeit bekämpfen. (3) Den Klimawandel regulieren. Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung könnten diese Dinge erreichen. In allen Ländern. Für alle Menschen.

(2)  Warum neue Ziele?

Die Millennium Development Goals, die im Jahr 2000 verabschiedet wurden, setzten 2015 als Zieljahr. Angesichts der Erfolge und Misserfolge kam man überein, dass eine neue Entwicklungsagenda nach 2015 erforderlich sei. Die neue Zielsetzung wurde in einem Dokument festgelegt, das den Titel trägt “Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development”, am zweckmäßigsten übersetzt mit "Unsere Welt verändern: Die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung".

(3)  Warum so viele Ziele?

Während die MDGs 8 Ziele mit 21 Unterzielen umfassten, listen die SDGs 17 Ziele mit 169 Unterzielen auf. Angesichts der komplexen Herausforderungen in der heutigen Welt soll damit ein breites Spektrum abgedeckt werden. Zugleich sollen damit die Ursachen von Problemen und nicht nur deren Symptome adressiert werden.

Während die MDGs durch eine Expertengruppe hinter geschlossenen Türen erarbeitet wurden, sind die SDGs das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses, der alle 193 UN-Mitgliedstaaten und eine Vielzahl von Vertretern der Zivilgesellschaft und relevanter Organisationen einschloss, wodurch ein breites Spektrum von Interessen und Perspektiven abgedeckt wurde.

Während die MDGs in erster Linie gesellschaftliche Aspekte ansprachen, sind die SDGs breiter angelegt, um die verknüpften Elemente nachhaltiger Entwicklung zu adressieren: Wirtschaftliches Wachstum, soziale Teilhabe und Umweltschutz.

Während die MDGs auf die Entwicklungsländer abzielten, insbesondere die Armen der Ärmsten, sind die SDGs weltweit und für alle verbindlich, für die armen Länder ebenso wie die reichen Länder.

Siehe die interne Webseite zum Vergleich
•  Die Millenniums-Entwicklungsziele der UN


Kommentar

Die Millenniumserklärung sollte mit den acht MDGs den Rahmen für eine neue globale Partnerschaft für Entwicklung bilden. Die Weltgemeinschaft schien 2000 verstanden zu haben, dass sie nur gemeinsam bessere Lebensverhältnisse für die Menschen weltweit schaffen kann.

Bei der Überprüfung im Zieljahr 2015 wurden zwar Fortschritte in einzelnen Bereichen festgestellt (die allerdings in erster Linie auf die Fortschritte in den asiatischen Staaten - insbesondere in China und Indien - zurückzuführen waren), aber es wurde auch die vielfach mangelnde Umsetzung dieser Ziele angeprangert. Die Weltgemeinschaft sah daher zu Recht die Notwendigkeit, ein Folgeprogramm aufzulegen.

Ob die 2030-Agenda ihre Ziele bis 2030 erreichen wird, bleibt abzuwarten. Wir empfehlen dem UN-Generalsekretär schon jetzt, das Logo der 2030-Agenda mit der Aufforderung zu versehen "Keep the promise" (Haltet das Versprechen)...