Afrika – eine ernüchternde Zwischenbilanz

Afrika - eine ernüchternde Zwischenbilanz - Probleme und Potentiale

Probleme und Potentiale

Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Haben die Alarmisten oder die Optimisten recht, wenn es um die Zukunft und die Erfolgsaussichten Afrikas geht? Vergleicht man die Problembereiche und Möglichkeiten in einer nüchternen Analyse, so kann man bei allem Wohlwollen bestenfalls bedingt optimistisch sein.

Die Grafik listet eine Vielzahl von Problemen auf und stellt diesen die zahlenmäßig wenigen Potentiale Afrikas gegenüber (rechts unten in grün). Die Übersicht macht deutlich, dass Dutzenden gravierenden Problembereichen mal gerade vier Potentiale gegenüberstehen, wobei Letztere bis auf das große Pfund der Bodenschätze noch sehr wohlwollend formuliert sind - Lebensbejahung der Menschen und die topografische (touristische) Attraktivität der Landschaften.

Zu beachten ist: Nicht jedes der aufgelisteten Probleme findet sich in jedem Staat Afrikas wieder, und kein Land hat mit allen aufgelisteten Problemen gleichermaßen und gleichzeitig zu kämpfen. Das Grunddilemma aber bleibt: Gravierende Mängel wie Armut, Hunger, Bürgerkriege, Willkürherrschaft, Gräueltaten, Korruption - um nur einige zu nennen - sind auf dem Kontinent erschreckend häufig anzutreffen.


Afrika - quo vadis? - Kofi Annans Kritik an den Regierenden

Kofi Annans Kritik

Bei der Analyse der Ursachen für Afrikas Probleme wird gerne auf die Folgen der Kolonialzweit oder äußere Einflüsse als alleinige Gründe hingewiesen. Dies greift zu kurz und verkennt das eigentliche Dilemma Afrikas von heute: seine oft miserablen Führer.

Der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen, der Ghanaer Kofi Annan, hat darauf deutlich hingewiesen:

"Afrika ist allein seiner Bodenschätze wegen reich, aber wegen seiner  missratenen Führer bleiben die Menschen und die Länder arm und  unterentwickelt... Wir haben unsere Angelegenheiten jahrzehntelang falsch angepackt, und jetzt leiden wir unter den akkumulierten Auswirkungen."

Ihn, den Afrikaner, trennt bei seiner scharfen Kritik an vielen Regierenden nicht das vorwurfsvolle "Ihr". Er, der Afrikaner, kann im verbindenden "Wir" aussprechen, was andere schon lange denken...


Kommentar

Angesicht der Vielzahl ungelöster Probleme und in Anbetracht der Prognose, dass sich die Bevölkerung des Kontinents in den kommenden Jahrzehnten verdoppeln wird, könnte (kann?) man für den schwarzen Kontinent nur schwarz sehen.

Wie schwierig eine Bewertung Afrikas allerdings in seiner Gesamtheit ist, macht ein Vergleich von zwei benachbarten Staaten deutlich: Simbabwe und Botswana. Auf der einen Seite ein ehemals blühendes Land mit Hyperinflation und Misswirtschaft, auf der anderen Seite ein Land, das prosperiert und die Gewinne aus seinen Bodenschätzen auch in Bildung und Gesundheitswesen investiert.

Und dennoch: Die Zwischenbilanz für Afrika ist und bleibt erschreckend...

In eigener Sache
Falls Ihnen weitere Potentiale einfallen, die in die o.a. grafische Darstellung des Plus und Minus Afrikas aufgenommen werden sollten / könnten, lassen Sie es den Webmaster (Webadresse in der Fußzeile dieser Webseite) bitte wissen - wir möchten so objektiv wie möglich sein.