Ausländische Bevölkerung in Deutschland

Wichtiger HinweisBei der Bevölkerungsfortschreibung gibt es derzeit erhebliche Verzögerungen. Die Einwohnerzahlen zum Stichtag 31.12.2016 können voraussichtlich erst in den kommenden Monaten 2018 bereitgestellt werden. Damit können belastbare Zahlen für Ausländeranteile und Wanderungsstatistiken erst später vorgelegt werden.


Ausländer in Deutschland nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsregion

Ausländeranteil in Deutschland 2015
nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsregionen

Das große Diagramm zeigt den Ausländeranteil nach Staatsangehörigkeiten wie folgt
•  Türken (roter Balken - stark verkürzt)
•  Ausländer aus EU-Staaten (grüne Balken)
•  Ausländer aus europäischen Nicht-EU-Staaten (gelbe Balken)
•  Ausländer aus Asien (blassblaue Balken)

Das kleinere Inlet-Diagramm stellt in gleicher Farbgebung die Ausländeranteile nach Herkunftsgebiet bzw. Region/Kontinent dar, wobei wiederum zwischen Ausländern aus EU-Staaten und europäischen Nicht-EU Staaten unterschieden wird. Der türkische Anteil von etwa einem Sechstel aller Ausländer ist gesondert ausgewiesen. Die hellblauen Balken markieren den asiatischen Anteil, andere Farben die restlichen Regionen. Analyse und Erkenntnisse siehe weiter unten.

Bitte beachten: Datenquelle dieser Übersicht sind die Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR), das für 2016 von einem Ausländeranteil von 10,04 Millionen ausging. Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegen mit 9,2 Millionen deutlich darunter. Wichtiger Hinweis zu den Zahlenangaben siehe weiter unten.


Ausländeranteil in den 16 deutschen Ländern (Bundesländer) - nominal und prozentual

Ausländeranteil in den Bundesländern 2015
in absoluten Zahlen und in Prozent

In Deutschland lebten 2015 nach Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR) rund 9,1 Millionen ausländische Mitbürger. Die Grafik zeigt im linken Diagramm den Ausländeranteil in den 16 Bundesländern in absoluten Zahlen (dunkelgelbe Balken) und im rechten Diagramm die Ausländeranteile in Prozent (rote Balken).

Bei den absoluten Zahlen liegen logischerweise die bevölkerungsreichsten Bundesländer vorne, während bei den Prozentanteilen die drei deutschen Stadtstaaten Spitzenpositionen einnehmen. Auffallend ist der prozentual geringe Ausländeranteil in allen neuen Bundesländern von unter 4 Prozent

Hinweis: Die prozentuale Aufschlüsselung ist vorläufig, da die exakten Prozentanteile erst nach Vorliegen der endgültigen Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für 2015 berechnet werden können. Die Relationen der Anteile dürften sich jedoch nicht entscheidend ändern. Der Ausländeranteil im Bundesdurchschnitt gemäß AZR liegt bei etwa 11,2 Prozent, gemäß den neuesten Zahlen des Statischen Bundesamts bei 10,5%.

Weiterführende externe Links


Ausländer in Europa - Anteil in ausgewählten Ländern (nominal und prozentual)

Zum Vergleich
Ausländer in Europa

Die linke Balkengrafik zeigt die realen Zahlen der ausländischen Bevölkerung in ausgewählten europäischen Ländern (gelb), die rechte Balkengrafik verdeutlicht die prozentualen Anteile in diesen Ländern (rot) - mit erstaunlichen Erkenntnissen.

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•  Ausländer in Europa - Vergleichszahlen


Analyse und Erkenntnisse

2015 haben sich im Vergleich der Regionen/Kontinente alle Ausländeranteile bis auf die der Türkei und des Kontinents Amerika erhöht. Interessant ist die Tatsache, dass sich die Zahlen von Ausländern aus Asien um rund 50 Prozent erhöht haben, so dass dieser Kontinent nunmehr an dritter Stelle und de facto auf gleicher Höhe mit der Türkei liegt.

Grund ist die Zuwanderung insbesondere aus Syrien, Afghanistan und dem Irak (ja, denn zum Erstaunen vieler Leser liegt auch Syrien in Asien...) Es bedarf keiner großen Phantasie, um im Jahr 2016 die asiatischen Ausländer an zweiter Stelle und vor der Türkei zu sehen.


Kommentar
Vorsicht: Argumentationsfallen

1. Stichwort "Überfremdung"

"In unserer Gemeinde gibt es ganz viele Russen", sagte letztlich ein Diskussionsteilnehmer. Auf Nachfragen stellte sich heraus: Er meinte Deutschstämmige aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion.

"Bei uns stehen die Asylanten bloß in der Gegend 'rum", erwähnte ein Anderer. Die Tatsache, dass diese nur unter bestimmten Bedingungen arbeiten dürfen, war ihm gänzlich unbekannt.

Wer also ist Ausländer, wer Inländer, und warum wird auch ein deutschstämmiger Migrant als "Fremder" empfunden? Fakt ist: Wer immer zuzieht, ist zunächst einmal ein Fremder und wird als "Eindringling" empfunden. Dies gilt für Deutschstämmige wie für Ausländer gleichermaßen.

2. Stichworte "Ausländerschwemme" und "Asylantenflut"

Weit gefehlt - aber Probleme treten in der Tat auf, insbesondere dann und dort, wenn und wo

  • es an beiderseitigem(!) Integrationswillen fehlt
  • sich von den Betroffenen häufig gewollte "Ghettoisierungen" bilden
  • in kleineren Gemeinden oder Ortsteilen ein extrem hoher Anteil an ausländischen Mitbürgern vorhanden ist
  • sich ethnisch, ideologisch oder religiös begründete "Parallelgesellschaften" entwickeln.

3. Stichwort "Einbürgerung"

Das neue Ausländerrecht (2000) erleichtert die Einbürgerung und - so wird argumentiert - damit zugleich die Integration. Fakt ist: Im Schnitt beträgt die Einbürgerungsquote der vergangenen Jahre etwas über 100.000 Personen.

Dies bedeutet: Wenn sich im Schnitt nur 100.000 der etwa 9 Millionen Ausländer pro Jahr einbürgern lassen, bräuchte es etwa 90 (in Worten: neunzig) Jahre - also etwa bis zur Jahrtausendwende 2100 - bis alle Ausländer eingebürgert wären. Voraussetzung wäre, dass alle eine Einbürgerung anstrebten, und dass es beim derzeitigen Zahlenstand bliebe, will sagen: kein weiterer Zuzug, keine weiteren Kinder - eine natürlich wirklichkeitsferne Annahme.

Wer also zur Lösung der beiderseitigen Integrationsproblematik allein in der Einbürgerung ein Allheilmittel sieht, geht an der Realität vorbei.


Wichtiger Hinweis zu den Ausländerzahlen

Die Ausländerzahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis), die auf der Grundlage des Zensus 2011 fortgeschrieben werden, liegen deutlich niedriger als die vom Ausländerzentralregister (AZR) angegebenen Zahlen. Für 2015 heißt dies konkret: Den rund 8,7 Millionen Ausländern laut Destatis stehen die über 9,1 Millionen Ausländer laut AZR gegenüber. Das entspricht einer bundesweiten Differenz von ca. 400.000 Personen.

Zu den unterschiedlichen Zahlenangaben hat das Statistische Bundesamt wie folgt Stellung genommen:

"Zensusrevision 2011: Eine 'Abstimmung' des AZR auf die Ergebnisse des Zensus 2011 ist aus technischen und rechtlichen Gründen nicht möglich. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Registerbehörde und das Statistische Bundesamt werden jedoch die Abweichungen zwischen AZR und Zensus analysieren, um auf der Basis dieser Erkenntnisse alle notwendigen Schritte zur Qualitätssicherung zu ergreifen. Bis zum Abschluss dieser Arbeiten müssen bei der Interpretation der AZR-Daten die Abweichungen berücksichtigt werden, die es am Zensusstichtag zwischen dem AZR-Bestand und dem Zensusergebnis gab."

Anmerkung: Im Mai 2011 gab es laut Zensus ca. 6,17 Millionen und gemäß AZR ca. 6,65 Millionen Ausländer. Dies entsprach einer bundesweiten Abweichung von ca. 480.000 Personen. Nun rechnet mal schön "qualitätssichernd"...

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass das AZR schon mehrmals seine Ausländerzahlen berichtigen musste. Bereits 1987 war wegen den erheblichen Abweichungen des AZR zum Ergebnis der Volkszählung 1987 eine Anpassung des AZR-Bestands an die Ergebnisse der Volkszählung erforderlich. 2004 wurde eine erneute Bereinigung des AZR durchgeführt. Dabei wurde der Gesamtbestand der ausländischen Bevölkerung im AZR mit den Angaben der regionalen Ausländerbehörden abgeglichen und um unstimmige Fälle bereinigt. Am Jahresende 2004 hatte das AZR über 600.000 Ausländer "verloren".

Hinweis: Generell weichen die Ergebnisse der Ausländerstatistik nach dem AZR aus erhebungsmethodischen Gründen von jenen nach der Bevölkerungsfortschreibung ab. Darüber hinaus kann es deutliche Abweichungen der Hauptdatei des AZR von den Dateien der örtlich zuständigen Ausländerbehörden geben. So können z.B. verstorbene oder aus Deutschland fortgezogene ausländische Personen noch im AZR-Bestand enthalten sein, weil die entsprechenden Informationen durch die örtlichen Ausländerbehörden noch nicht übermittelt wurden. Hinzu kommt: Fortzüge werden den Ausländerbehörden oft nur mit Verspätung oder überhaupt nicht bekannt gegeben.


Hinweis in eigener Sache

Wir gehen davon aus, dass sich die Zahlen, die auf der Grundlage des Zensus 2011 fortgeschrieben werden, als die belastbareren Angaben erweisen und der AZR-Bestand, wie bereits anlässlich der Volkszählung 1987, angeglichen werden muss. Wann immer verfügbar, benutzen wir deshalb die Daten des Statistischen Bundesamts. Bei einigen Datenreihen muss aber auf die Zahlen des AZR zurückgegriffen werden. Achten Sie deshalb bitte unbedingt auf die jeweiligen Quellenangaben.

Zur Beruhigung: Auch die Zahlen des AZR geben eine hinreichend genaue Vorstellung über die Größenordnungen und vor allem über die Veränderungen zwischen den Jahren. Auch die Relation der Daten zueinander, z.B. in der Aufschlüsselung nach Bundesländern, weicht in beiden Versionen (AZR und Destatis) nicht entscheidend voneinander ab. Wichtig ist nur: Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen...