Ausländische Bevölkerung in Deutschland

Wichtiger HinweisBei der Bevölkerungsfortschreibung gibt es derzeit erhebliche Verzögerungen, u.a. aufgrund methodischer Änderungen und Weiterentwicklungen, Unstimmigkeiten bei der melderechtlichen Behandlung von Schutzsuchenden und zahlreichen Melderegisterbereinigungen. Damit können belastbare Zahlen für Ausländeranteile und Wanderungsstatistiken erst später vorgelegt werden.


Ausländer in Deutschland nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsregion

Ausländeranteil in Deutschland 2016
nach Staatsangehörigkeit und Herkunftsregionen

Das große Diagramm zeigt den Ausländeranteil nach Staatsangehörigkeiten wie folgt
•  Türken (roter Balken - stark verkürzt)
•  Ausländer aus EU-Staaten (grüne Balken)
•  Ausländer aus europäischen Nicht-EU-Staaten (gelbe Balken)
•  Ausländer aus Asien (blassblaue Balken)

Das kleinere Inlet-Diagramm stellt in gleicher Farbgebung die Ausländeranteile nach Herkunftsgebiet bzw. Region/Kontinent dar, wobei wiederum zwischen Ausländern aus EU-Staaten und europäischen Nicht-EU Staaten unterschieden wird. Der türkische Anteil von etwa einem Sechstel aller Ausländer ist gesondert ausgewiesen. Die hellblauen Balken markieren den asiatischen Anteil, andere Farben die restlichen Regionen. Analyse und Erkenntnisse siehe weiter unten.

Bitte beachten: Datenquelle dieser Übersicht sind die Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR), das für 2016 von einem Ausländeranteil von 10,04 Millionen ausging. Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegen mit 9,2 Millionen deutlich darunter. 

Diese interne Webseite analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Zahlenangaben von Destatis und AZR im Detail
•  Ausländische Bevölkerung in Zahlen


Ausländeranteil in den 16 deutschen Ländern (Bundesländer) - nominal und prozentual

Ausländeranteil in den Bundesländern 2015
in absoluten Zahlen und in Prozent

In Deutschland lebten 2015 nach Angaben des Ausländerzentralregisters (AZR) rund 9,1 Millionen ausländische Mitbürger. Die Grafik zeigt im linken Diagramm den Ausländeranteil in den 16 Bundesländern in absoluten Zahlen (dunkelgelbe Balken) und im rechten Diagramm die Ausländeranteile in Prozent (rote Balken).

Bei den absoluten Zahlen liegen logischerweise die bevölkerungsreichsten Bundesländer vorne, während bei den Prozentanteilen die drei deutschen Stadtstaaten Spitzenpositionen einnehmen. Auffallend ist der prozentual geringe Ausländeranteil in allen neuen Bundesländern von unter 4 Prozent

Hinweis: Die prozentuale Aufschlüsselung ist vorläufig, da die exakten Prozentanteile erst nach Vorliegen der endgültigen Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für 2015 berechnet werden können. Die Relationen der Anteile dürften sich jedoch nicht entscheidend ändern. Der Ausländeranteil im Bundesdurchschnitt gemäß AZR liegt bei etwa 11,2 Prozent, gemäß den neuesten Zahlen des Statischen Bundesamts bei 10,5%.

Weiterführende externe Links


Ausländer in Europa - Anteil in ausgewählten Ländern (nominal und prozentual)

Zum Vergleich
Ausländer in Europa

Die linke Balkengrafik zeigt die realen Zahlen der ausländischen Bevölkerung in ausgewählten europäischen Ländern (gelb), die rechte Balkengrafik verdeutlicht die prozentualen Anteile in diesen Ländern (rot) - mit erstaunlichen Erkenntnissen.

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•  Ausländer in Europa - Vergleichszahlen


Analyse und Erkenntnisse

2016 haben sich im Vergleich der Regionen/Kontinente alle Ausländeranteile bis auf die der Türkei und des Kontinents Amerika erhöht. Interessant ist die Tatsache, dass sich die Zahlen von Ausländern aus Asien um rund 50 Prozent erhöht haben, so dass dieser Kontinent nunmehr an zweiter Stelle und weit vor der Türkei liegt. Grund ist die Zuwanderung insbesondere aus Syrien, Afghanistan und dem Irak (ja, denn zum Erstaunen vieler Leser liegt auch Syrien in Asien...) 


Kommentar
Vorsicht: Argumentationsfallen

1. Stichwort "Überfremdung"

"In unserer Gemeinde gibt es ganz viele Russen", sagte letztlich ein Diskussionsteilnehmer. Auf Nachfragen stellte sich heraus: Er meinte Deutschstämmige aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion.

"Bei uns stehen die Asylanten bloß in der Gegend 'rum", erwähnte ein Anderer. Die Tatsache, dass diese nur unter bestimmten Bedingungen arbeiten dürfen, war ihm gänzlich unbekannt.

Wer also ist Ausländer, wer Inländer, und warum wird auch ein deutschstämmiger Migrant als "Fremder" empfunden? Fakt ist: Wer immer zuzieht, ist zunächst einmal ein Fremder und wird als "Eindringling" empfunden. Dies gilt für Deutschstämmige wie für Ausländer gleichermaßen.

2. Stichworte "Ausländerschwemme" und "Asylantenflut"

Weit gefehlt - aber Probleme treten in der Tat auf, insbesondere dann und dort, wenn und wo

  • es an beiderseitigem(!) Integrationswillen fehlt
  • sich von den Betroffenen häufig gewollte "Ghettoisierungen" bilden
  • in kleineren Gemeinden oder Ortsteilen ein extrem hoher Anteil an ausländischen Mitbürgern vorhanden ist
  • sich ethnisch, ideologisch oder religiös begründete "Parallelgesellschaften" entwickeln.

3. Stichwort "Einbürgerung"

Das neue Ausländerrecht (2000) erleichtert die Einbürgerung und - so wird argumentiert - damit zugleich die Integration. Fakt ist: Im Schnitt beträgt die Einbürgerungsquote der vergangenen Jahre etwas über 100.000 Personen.

Dies bedeutet: Wenn sich im Schnitt nur 100.000 der etwa 9 Millionen Ausländer pro Jahr einbürgern lassen, bräuchte es etwa 90 (in Worten: neunzig) Jahre - also etwa bis zur Jahrtausendwende 2100 - bis alle Ausländer eingebürgert wären. Voraussetzung wäre, dass alle eine Einbürgerung anstrebten, und dass es beim derzeitigen Zahlenstand bliebe, will sagen: kein weiterer Zuzug, keine weiteren Kinder - eine natürlich wirklichkeitsferne Annahme.

Wer also zur Lösung der beiderseitigen Integrationsproblematik allein in der Einbürgerung ein Allheilmittel sieht, geht an der Realität vorbei.