Bruttoinlandsprodukt Deutschland – Jahresergebnisse

SPOTLIGHT: Die Bundesregierung korrigierte ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr nach oben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde wegen der Corona-Krise um 5,8 Prozent einbrechen (bislang war man von einem Minus von 6,3 Prozent ausgegangen). Der wirtschaftliche Einbruch fällt demnach nur etwas größer aus als im Jahr der Finanzkrise 2009, als das BIP um 5,7 Prozent geschrumpft war. Es wäre dennoch die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. Für 2021 rechnet die Bundesregierung mit einem Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent (hier war bisher ein Plus von 5,2 Prozent vorhergesagt worden).


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresvergleich inklusive Prognose 2020 und 2021

Aktueller Jahresvergleich
inklusive Prognose für 2020 und 2021

Die Grafik zeigt die jährliche Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis 2019 gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) und für die Jahre 2020 und 2021 zum einen gemäß der Frühjahrprojektion 2020 der Bundesregierung vom 29. April 2020 und zum anderen gemäß ihrer Interimsprognose vom 01. September 2020. Die Ausbreitung des Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen der Eindämmungsmaßnahmen zwingen die deutsche Wirtschaft in eine Rezession.

Mit einem erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,8 Prozent steht der Bundesrepublik die schwerste Rezession seit ihrem Bestehen bevor, so die Prognose der Bundesregierung für 2020. Für das Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung dann mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent. Wie alle Konjunkturprognosen in Zeiten der Corona-Krise sind diese Zahlen mit einem ungewöhnlich hohen Maß an Unsicherheit behaftet.

Die Corona-Pandemie stürzt auch die Weltwirtschaft in eine schwere Rezession. Die Folge sind starke Nachfragerückgänge, Störungen von Lieferketten, Produktionseinbußen, Mobilitätsbeschränkungen, Einschränkungen in vielen Dienstleistungsbereichen und eine geringere Verfügbarkeit von Arbeitskräften aufgrund von Arbeitsunfähigkeit und Maßnahmen zum Infektionsschutz. In Übereinstimmung mit Prognosen internationaler Organisationen wird für die Weltwirtschaft ein Rückgang in Höhe von 2,8% in diesem Jahr und eine deutliche Erholung von 5,7% im kommenden Jahr erwartet.

Weiterführende externe Links


Zum Vergleich
Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresvergleich 2019
BIP-Jahresvergleich 2019

Zum Vergleich
Jahresvergleich 2019

(Text vom 15. Januar 2020)
Die Grafik zeigt die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der letzten 15 Jahre. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2019 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,6% höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft ist damit im zehnten Jahr in Folge gewachsen. Dies ist die längste Wachstumsphase im vereinten Deutschland.

Das Wachstum hat 2019 aber an Schwung verloren. In den beiden vorangegangenen Jahren war das preisbereinigte BIP deutlich stärker gestiegen, 2017 um 2,5% und 2018 um 1,5%. Verglichen mit dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre von +1,3 % ist die deutsche Wirtschaft 2019 schwächer gewachsen. Kalenderbereinigt errechnet sich für 2019 ebenfalls eine BIP-Wachstumsrate von 0,6 %, da es im abgelaufenen Jahr genauso viele Arbeitstage gab wie 2018.

Gestützt wurde das Wachstum im Jahr 2019 vor allem vom privaten und staatlichen Konsum. Auch die Bruttoanlageinvestitionen sind kräftig gestiegen: In Bauten wurde preisbereinigt 3,8 % mehr investiert als ein Jahr zuvor. Auf der Entstehungsseite des BIP war die wirtschaftliche Entwicklung 2019 zweigeteilt: Während die Wirtschaftsleistung in den Dienstleistungsbereichen gestiegen ist, ist diese in der Industrie deutlich zurückgegangen
(Ende Text)


Erläuterungen

Jedes Jahr im August werden die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre sowie des ersten Quartals des laufenden Jahres überarbeitet und, soweit erforderlich, revidiert. Korrekturen der saison- und kalenderbereinigten Ergebnisse sind in der gesamten Zeitreihe ab 1991 möglich.

Diese laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.