Bevölkerung und Einwohnerzahlen Deutschlands

Wichtige Hinweise: (1) Die Ergebnisse des Bevölkerungsstandes 2017 sind aufgrund methodischer Änderungen bei den Wanderungsstatistiken, technischer Weiterentwicklungen der Datenlieferungen aus dem Meldewesen sowie der Umstellung auf ein neues statistisches Aufbereitungsverfahren ab dem Jahr 2016 nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar. (2) Einschränkungen bei der Genauigkeit der Ergebnisse können aus der erhöhten Zuwanderung und den dadurch bedingten Problemen bei der melderechtlichen Erfassung Schutzsuchender resultieren


Deutschland - die Einwohnerzahl 2017 (Schätzung)

Deutschland - die Einwohnerzahl 2016

Deutschland - die Einwohnerzahl 2015

Einwohnerzahl der Bundesrepublik

Am Jahresende 2017 lebten 82,8 Millionen Menschen in Deutschland. Damit nahm die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um rund 270.000 Personen zu. Der Wanderungsüberschuss betrug 416.000 Personen, das Geburtendefizit liegt bei 147.000 Personen. Die Zahl der geborenen Kinder war im Jahr 2017 mit rund 785.000 Babys um etwa 7.000 niedriger als im Jahr 2016. Dieser Rückgang geht auf die leicht gesunkene durchschnittliche Kinderzahl je Frau zurück. Im Jahr 2017 betrug die zusammengefasste Geburtenziffer 1,57 Kinder je Frau. Im Jahr zuvor hatte sie den Wert von 1,59 erreicht.

Am Jahresende 2016 lebten 82,5 Millionen Menschen in Deutschland. Damit nahm die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr um 346.000 Personen zu. Hauptursache für den Zuwachs war – wie in den Vorjahren – die Zuwanderung mit einem Überschuss von 498.000 Personen. Gleichzeitig gab es 2016 ein Geburtendefizit, weil mehr Personen gestorben sind als geboren wurden. Es fiel mit -118.000 jedoch deutlich niedriger aus als im Vorjahr.

Am Jahresende 2015 lebten 82,2 Millionen Menschen in Deutschland. Damit nahm die Gesamtbevölkerung Deutschlands im Vergleich zum Vorjahr sehr deutlich um 978.000 Personen zu. Hauptursache für den Zuwachs der Bevölkerungszahl war – wie in den Vorjahren – die Zuwanderung mit einem Überschuss von 1.139.000 Personen. Gleichzeitig hat es 2015 ein Geburtendefizit gegeben, weil mehr Personen gestorben sind als geboren wurden. Es fiel mit –188.000 sehr deutlich aus.

Weiterführender externer Link


Deutschland - Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1871

Einwohnerzahlen Deutschlands ab 1871

Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen Deutschlands seit 1871 wie folgt

  1. von 1871 bis 1939 auf dem früheren Reichsgebiet (orange)
  2. ab 1950 auf dem Gebiet der Bundesrepublik (dunkelgrün) und der ehemaligen DDR (hellgrün)
  3. ab 03.10.1990 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik

Die Einwohnerzahl Deutschlands hat sich in 140 Jahren etwa verdoppelt - eine im globalen Vergleich relativ geringe Steigerungsrate. Weitere Erkenntnisse in Kurzform finden Sie im Kommentar weiter unten.


Deutschland - Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 2000

Einwohnerzahlen Deutschlands der letzten Jahre

Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen Deutschlands in den letzten Jahren wie folgt

  1. bis 2010 (orange)
  2. ab 2011 gemäß Zensus 2011 (dunkelgrün)

Die Zahlen ab 2011 sind das Ergebnis der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011, der jüngsten Volkszählung in Deutschland. Die Einwohnerzahl verringerte sich um rund 1,4 Millionen, vor allem aufgrund geringerer Ausländerzahlen als bis dahin angenommen.

Deutlich wird, dass sich bereits ab 2004 die Einwohnerzahl stetig verringerte, bis es im Jahr 2011 zum Bruch der alten Reihe kam. Danach stiegen die Zahlen wieder stetig und ab 2014 sprunghaft, vor allem aufgrund des Zustroms sogenannter Flüchtlinge.


Einwohnerzahlen der Bundesländer

Einwohnerzahlen der Bundesländer

Die Grafik zeigt die Zahlen für 2016 für Deutschland insgesamt und für die 16 Länder (umgangssprachlich Bundesländer). Datenquelle: Statistisches Bundesamt.

Nachdem auch die Zahlen für die Länder mit dem Zensus 2011 zum Teil deutlich nach unten korrigiert werden mussten, stiegen sie inzwischen aber aufgrund der hohen Zuwanderung wieder an.

Das bevölkerungsreichste Bundesland bleibt NRW mit annähernd 17,9 Millionen Einwohnern, das kleinste Bundesland ist Bremen mit rund 680 Tausend Einwohnern. Kleinstaaterei inmitten Deutschlands in Zeiten einer sich globalisierenden Welt? Kein Kommentar...


Analyse und Kommentar

(1) Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1871

  • Die Einwohnerzahl Deutschlands hat sich in 140 Jahren etwa verdoppelt, was im globalen Vergleich eine geringe Steigerungsrate darstellt.
  • Zwischen Weltkrieg I und Weltkrieg II gab es keine "Bevölkerungsexplosion", welche die im Dritten Reich propagierte These von einem "Volk ohne Raum" unterstützt hätte.
  • Der Aderlass der DDR betrug während ihrer Existenz etwa 2 Millionen.
  • Die Einwohnerzahl Deutschlands hatte laut alter amtlicher Bevölkerungsfortschreibung im Jahr 2002 mit rund 82,5 Millionen ihren vorläufigen Zenit erreicht.

(2) "Bevölkerungsschwund" im Jahr 2011?

Wurde die amtliche Einwohnerzahl Deutschlands 2002 noch mit rund 82,5 Millionen angegeben, so waren es 2011 nach offizieller Zählung nur noch rund 80,2 Millionen Einwohner. Gab es also einen Bevölkerungsrückgang von 2,3 Millionen?

Nein, denn die Einwohnerzahl für 2002 ergab sich aus der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Daten der Volkszählung 1987 in der Bundesrepublik beziehungsweise auf den Daten des zentralen Einwohnermelderegisters der DDR aus dem Oktober 1990 basierte.

Die Einwohnerzahl für 2011 hingegen wurde mit dem "Zensus 2011" (Volkszählung) ermittelt. Mit der Veröffentlichung der Zensusergebnisse wurde die Berechnung der Bevölkerungszahl auf eine neue Grundlage gestellt. Danach gab es am Zensusstichtag 9. Mai 2011 in Deutschland gegenüber der bis dahin gültigen Bevölkerungszahl rund 1,4 Millionen Einwohner weniger als angenommen. Die Gründe:

a. Zum einen war ein realer Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Ein wesentlicher Grund hierfür war das in Deutschland schon seit Längerem bestehende Geburtendefizit, also die Differenz aus Geburten und Sterbefällen.

b. Zum anderen hatte sich der Wanderungsgewinn, also mehr Zuzüge als Fortzüge, deutlich verringert und kehrte sich 2008 und 2009 sogar in einen leichten Wanderungsverlust um. Erst 2010 war wieder ein positiver Saldo zu verzeichnen. 2011 reichte der Wanderungsgewinn wieder aus, um das Geburtendefizit, das sich bis dahin auf fast 190.000 erhöht hatte, zu kompensieren. Der Wanderungsgewinn stieg 2013 bei einem nur leicht höheren Geburtendefizit auf fast 440.000 Personen an und erreichte im Jahr 2015 mit rund 1 Million Personen seinen vorläufigen Höhepunkt.

Ob dieser Trend mittelfristig anhält und der Wanderungsgewinn auf Dauer das Geburtendefizit ausgleichen kann, bleibt abzuwarten...