Bevölkerung und Einwohnerzahlen Deutschlands

SPOTLIGHT: Ende 2018 lebten in Deutschland rund 83,0 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Einwohnerzahl Deutschlands war 2018 trotz eines Geburtendefizits aufgrund der Wanderungsgewinne erneut gestiegen und hatte zum Jahresende 2018 einen neuen Höchststand seit der deutschen Vereinigung erreicht.


Deutschland - Einwohnerzahl 2018 (Schätzung Anfang 2019)

Einwohnerzahl der Bundesrepublik

In Deutschland leben mehr Menschen als je zuvor. Die Bevölkerung Deutschlands ist im Jahr 2018 um 227.000 Personen (+0,3%) gewachsen. Zum Jahresende 2018 lebten damit 83,0 Millionen Menschen (83,019 Millionen exakt) in Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, hat die Bevölkerungszahl damit erstmals die Marke von 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten.

Der Bevölkerungszuwachs ist auf Wanderungsüberschuss zurückzuführen. Im Jahr 2018 wanderten rund 386.000 Personen mehr zu- als ab (Wanderungsüberschuss 2017: +416.000 Personen). Gleichzeitig überstieg die Zahl der Sterbefälle die Zahl der Geburten um 167.000 (Geburtendefizit 2017: 147.000 Personen). Somit war der Wanderungsüberschuss etwas niedriger und das Geburtendefizit höher als im Vorjahr. Infolgedessen fiel das Bevölkerungswachstum insgesamt geringer aus als in den beiden Vorjahren (2017: +271.000 oder +0,3 Prozent; 2016: +346.000 oder +0,4 Prozent).

Weiterführender externer Link


Deutschland - Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1871

Einwohnerzahlen Deutschlands ab 1871

Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen Deutschlands seit 1871 wie folgt

  1. von 1871 bis 1939 auf dem früheren Reichsgebiet (orange)
  2. ab 1950 auf dem Gebiet der Bundesrepublik (dunkelgrün) und der ehemaligen DDR (hellgrün)
  3. ab 03.10.1990 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik

Die Einwohnerzahl Deutschlands hat sich in 140 Jahren etwa verdoppelt - eine im globalen Vergleich relativ geringe Steigerungsrate. Weitere Erkenntnisse in Kurzform finden Sie im Kommentar weiter unten.


Deutschland - Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 2000

Einwohnerzahlen Deutschlands der letzten Jahre

Das Säulendiagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen Deutschlands in den letzten Jahren wie folgt

  1. bis 2010 (orange)
  2. ab 2011 gemäß Zensus 2011 (dunkelgrün)

Die Zahlen ab 2011 sind das Ergebnis der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011, der jüngsten Volkszählung in Deutschland. Die Einwohnerzahl verringerte sich um rund 1,4 Millionen, vor allem aufgrund geringerer Ausländerzahlen als bis dahin angenommen.

Deutlich wird, dass sich bereits ab 2004 die Einwohnerzahl stetig verringerte, bis es im Jahr 2011 zum Bruch der alten Reihe kam. Danach stiegen die Zahlen wieder stetig und ab 2014 sprunghaft, vor allem aufgrund des Zustroms sogenannter Flüchtlinge.


Einwohnerzahlen der Bundesländer

Einwohnerzahlen der Bundesländer

Die Grafik zeigt die Zahlen für 2017 für Deutschland insgesamt und für die 16 Länder (umgangssprachlich Bundesländer). Datenquelle: Statistisches Bundesamt.

Nachdem auch die Zahlen für die Länder mit dem Zensus 2011 zum Teil deutlich nach unten korrigiert werden mussten, stiegen sie inzwischen aber aufgrund der hohen Zuwanderung wieder an.

Das bevölkerungsreichste Bundesland bleibt NRW mit über 17,9 Millionen Einwohnern, das kleinste Bundesland ist Bremen mit rund 680 Tausend Einwohnern. Kleinstaaterei inmitten Deutschlands in Zeiten einer sich globalisierenden Welt? Kein Kommentar...


Analyse und Kommentar

(1) Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1871

  • Die Einwohnerzahl Deutschlands hat sich in 140 Jahren etwa verdoppelt, was im globalen Vergleich eine geringe Steigerungsrate darstellt.
  • Zwischen Weltkrieg I und Weltkrieg II gab es keine "Bevölkerungsexplosion", welche die im Dritten Reich propagierte These von einem "Volk ohne Raum" unterstützt hätte.
  • Der Aderlass der DDR betrug während ihrer Existenz etwa 2 Millionen.
  • Die Einwohnerzahl Deutschlands hatte laut alter amtlicher Bevölkerungsfortschreibung im Jahr 2002 mit rund 82,5 Millionen ihren vorläufigen Zenit erreicht.

(2) "Bevölkerungsschwund" im Jahr 2011?

Wurde die amtliche Einwohnerzahl Deutschlands 2002 noch mit rund 82,5 Millionen angegeben, so waren es 2011 nach offizieller Zählung nur noch rund 80,2 Millionen Einwohner. Gab es also einen Bevölkerungsrückgang von 2,3 Millionen?

Nein, denn die Einwohnerzahl für 2002 ergab sich aus der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung, die auf den Daten der Volkszählung 1987 in der Bundesrepublik beziehungsweise auf den Daten des zentralen Einwohnermelderegisters der DDR aus dem Oktober 1990 basierte.

Die Einwohnerzahl für 2011 hingegen wurde mit dem "Zensus 2011" (Volkszählung) ermittelt. Mit der Veröffentlichung der Zensusergebnisse wurde die Berechnung der Bevölkerungszahl auf eine neue Grundlage gestellt. Danach gab es am Zensusstichtag 9. Mai 2011 in Deutschland gegenüber der bis dahin gültigen Bevölkerungszahl rund 1,4 Millionen Einwohner weniger als angenommen. Die Gründe:

(a) Zum einen war ein realer Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Ein wesentlicher Grund hierfür war das in Deutschland schon seit Längerem bestehende Geburtendefizit, also die Differenz aus Geburten und Sterbefällen.

(b) Zum anderen hatte sich der Wanderungsgewinn, also mehr Zuzüge als Fortzüge, deutlich verringert und kehrte sich 2008 und 2009 sogar in einen leichten Wanderungsverlust um. Erst 2010 war wieder ein positiver Saldo zu verzeichnen. 2011 reichte der Wanderungsgewinn wieder aus, um das Geburtendefizit, das sich bis dahin auf fast 190.000 erhöht hatte, zu kompensieren. Der Wanderungsgewinn stieg 2013 bei einem nur leicht höheren Geburtendefizit auf fast 440.000 Personen an und erreichte im Jahr 2015 mit rund 1 Million Personen seinen vorläufigen Höhepunkt.

Ob der Wanderungsgewinn auf Dauer das Geburtendefizit ausgleichen kann, bleibt abzuwarten...

(3) Methodische Hinweise

(a) Die Ergebnisse des Bevölkerungsstandes sind ab dem Jahr 2016 aufgrund methodischer Änderungen bei den Wanderungsstatistiken, technischer Weiterentwicklungen der Datenlieferungen aus dem Meldewesen sowie der Umstellung auf ein neues statistisches Aufbereitungsverfahren nur bedingt mit den Vorjahreswerten vergleichbar.

(b) Zudem können Einschränkungen bei der Genauigkeit der Ergebnisse aus der erhöhten Zuwanderung und den dadurch bedingten Problemen bei der melderechtlichen Erfassung Schutzsuchender resultieren.