Migration – Nettowanderung nach und aus Deutschland

Migration aus und nach Deutschland - Zahlen für Herkunfts- und Zielregionen

Wanderungen 2017 nach Herkunfts- und Zielregionen

Die Grafik zeigt den Wanderungssaldo aufgeschlüsselt nach globalen Regionen. Zuzüge sind durch grüne Säulen, Fortzüge durch rote Säulen dargestellt. Der Wanderungsüberschuss für Deutschland ist taubenblau markiert.

Im Jahr 2017 zogen über 1.550.000 Personen nach Deutschland zu und 1.134.000 Personen aus Deutschland fort. Damit ergibt sich ein Wanderungsüberschuss von 416.000 Personen aus der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands.

Das Wanderungsgeschehen ist seit Jahren vor allem durch Zuwanderung aus anderen europäischen Ländern bzw. Abwanderung in andere europäische Staaten gekennzeichnet. Allerdings mit deutlichen Veränderungen: Kamen im Jahr 2014 noch fast drei Viertel aller zuwandernden Personen aus einem anderen europäischen Staat nach Deutschland, so waren es 2015 nur noch knapp drei Fünftel.

Geringer wurde 2017 im Vergleich mit 2015 insbesondere der prozentuale Anteil der Zuwanderer aus asiatischen Staaten, während sich im gleichen Zeitraum der Anteil staatenloser Zuwanderer bzw. von Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit deutlich zunahmen und auch statistisch erfasst wurden.

Übersicht über die Herkunftsgebiete (Prozentzahlen gerundet):

2015 2017
 Europäische Union  43%  44%
 übriges Europa (Nicht-EU-Staaten)  15%  19%
 Asien  33%  15%
 Afrika  5%  4%
 Amerika, Australien und Ozeanien  4%  5%
 Staatenlos bzw. ungeklärt --- 13%

Weiterführender externer Link


Migration - Nettowanderung nominal

Nettowanderung nominal

Die Grafik zeigt die Nettowanderung der letzten Jahre insgesamt, d.h. von Ausländern und Deutschen. Der Überschuss an Zuzügen ist durch die grünen Säulen, der Überschuss an Fortzügen ist durch die roten Säulen markiert.

Zum Vergleich

2015 2016 2017
 Zuzugsüberschuss 1.139.000 498.000 416.000

Der Saldo aus Zuzügen und Fortzügen war für lange Jahre kontinuierlich positiv, wenngleich mit deutlicher Abnahme zum einen bis kurz vor der Jahrtausendwende, zum anderen bis 2007. In den Jahren 2008 und 2009 war der Wanderungssaldo erstmals negativ, d.h. es zogen mehr Personen fort als zu. Seit 2010 ist die Zahl der Zuzüge wieder deutlich angestiegen - in erster Linie aufgrund der Zuwanderung von Personen mit ausländischem Pass. Im Jahr 2017 reduzierte sich der Saldo auf etwa 416.000 Personen.

Weiterführender externer Link


Migration - Nettowanderung aufgeschlüsselt nach Deutschen und Ausländern

Nettowanderung aufgeschlüsselt

Das Schaubild zeigt den jährlichen Wanderungssaldo der letzten Jahre als summierte Säulen, unterteilt wie folgt

•  Ausländer (gelbe Anteile)
•  Deutsche (grüne Anteile)

Deutlich wird, dass sich der Anteil von Ausländern und Deutschen am Wanderungsüberschuss um die Jahrtausendwende in etwa die Waage hielt. Seit 2005 ist der Anteil bei den deutschen Migranten negativ, während der Anteil ausländischer Personen seit 2010 stark zunimmt. Der Wanderungsüberschuss wird also ausschließlich von Ausländern bestimmt, deren Anteile die höchsten der letzten Jahre sind.

Tipp: Wenn Sie die Balken oberhalb bzw. unterhalb der Grundlinie gegeneinander verrechnen, erhalten Sie den jeweiligen jährlichen Netto-Wanderungssaldo in absoluten Zahlen, wie in der oberen Grafik dargestellt

Diese interne Webseite könnte Sie auch interessieren
•  Migration - Wanderungssaldo für Deutschland


Kommentar

1. Der Wanderungssaldo taugt in erster Linie für eine Prognose der künftigen Bevölkerungszusammensetzung, nicht aber für die Diskussion um Integration. Selbst ein geringer Wanderungsüberschuss der Ausländer darf nicht verdecken, dass Jahr für Jahr viele Hunderttausend Personen als Neubürger in die Gesellschaft integriert werden müssen.

2. Bei den Fortzügen Deutscher muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei nicht nur um Ruheständler mit Ziel Schweiz oder Mallorca handelt, sondern zu einem erheblichen Teil auch um jüngere Menschen, deren Engagement im eigenen Land dringend gebraucht würde.

3. Der Anteil der Zuzüge aus den EU-Staaten ist insbesondere seit den Beitritten der 10 überwiegend mittelost-europäischen Länder im Jahr 2007 kontinuierlich angestiegen und lag 2014 bei rund 60%, wobei etwa ein Drittel aus den alten Ländern und rund zwei Drittel aus den neuen EU-Staaten kamen.