Die G7 auf einen Blick

Group of Seven (G7)
Gruppe der Sieben

G7 - Mitglieder der Gruppe der Sieben

Hintergrund

Die G7 ist ein Zusammenschluss wichtiger Industrienationen und dient als "Abstimmungsforum" dem Gedankenaustausch zu globalen Fragen, insbesondere der Weltfinanzen und der Weltwirtschaftslage. Die G7 ist keine internationale Organisation, ihre Treffen sind informell. Zunehmend tritt die Erörterung aktueller weltpolitischer Probleme in den Vordergrund.

Teilnehmer (7)
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA

Entwicklung der letzten Jahre

  • 2014 war ein G8-Gipfel in Russland geplant, er wurde aber wegen der Ukraine-Krise abgesagt. Stattdessen fand das Treffen 2014 als G7-Gipfel in Brüssel statt.
  • 2015 war Deutschland der Gastgeber des G7-Gipfels (Schloss Elmau).
  • 2018 endete der G7-Gipfel in Charlevoix (Kanada) mit einem (Trump-) Eklat
  • 2019 ist der nächste G7-Gipfel in Biarritz (Frankreich) geplant

Weiterführende externe Links

  • G7 CANADA 2018
    (Offizielle Webpräsenz des G7-Gipfels 2018 in Charlevoix, Kanada - in Englisch)
  • G7 GERMANY 2015
    (Offizielle Webpräsenz des G7-Gipfels 2015 auf Schloss Elmau in Deutschland)

G7 - Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP)

 

Wirtschaftskraft der G7

Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der G7-Länder am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Die große Tortengrafik weist die G7-Anteile für das Jahr 2017 mit insgesamt rund 45 Prozent des Welt-BIP aus. Die kleine Tortengrafik zeigt zum Vergleich den Stand im Jahr 2006 mit einem G7-Anteil von insgesamt rund zwei Drittel des globalen BIP.

Erkenntnis: Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die wirtschaftliche Bedeutung der G7 deutlich abgeschwächt. Berücksichtigt man die finanzielle Bedeutung der Länder - was der ursprünglichen Zielsetzung der G7 entspricht - würde sich das Gewicht der G7 allerdings deutlich erhöhen.


G7 - Einwohner und BIP der Mitglieder im Weltrang

 

BIP und Einwohnerzahlen der G7

Die Grafik zeigt den Weltrang der Mitglieder im globalen Vergleich für das Jahr 2017. In der Tabelle weist die linke Spalte den Weltrang der Staaten nach ihrer Wirtschaftsleistung (BIP) aus, in der rechten Spalte den nach ihrer Bevölkerungsgröße.

Erkenntnis: Während sich die G7-Mitglieder beim BIP alle immerhin unter den ersten 10 der Welt wiederfinden, zählen bei den Einwohnerzahlen lediglich die USA als drittgrößter Staat der Welt zu den Top-10. Deutlich wird hier die Diskrepanz zwischen Wirtschaftskraft und Bevölkerungsgröße - ein Dilemma, das kaum auflösbar ist. Was steht im Mittelpunkt, was bewegt die Welt - der Mensch oder die Wirtschaft?


G7 - Aktivitäten

 

G7-Mitglieder in internationalen Gremien

Die Grafik listet eine Auswahl von Aktivitäten, Gremien und Strukturen auf, in denen die einzelnen G7-Mitglieder auf der internationalen Bühne präsent sind. Aufgelistet ist eine Auswahl von links nach rechts wie folgt

  • P-5 (Ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat)
  • Nahost-Quartett (Problemfall Israel / Palästinenser)
  • EU-3 (Problemfall Iran / Iranisches Atomprogramm)
  • Sechser-Gruppe (Problemfall Nordkorea)

Entstehung und Arbeitsweise der Gruppe

1977 entstand mit der Aufnahme Kanadas die "Gruppe der Sieben" (G7), deren Treffen ursprünglich als Kamingespräche zur Erörterung aktueller Finanz- und Währungsfragen ins Leben gerufenen wurden. Seit 1977 ist auch die EU bei den Treffen vertreten, und zwar heute in der Regel mit zwei Teilnehmern - dem Präsidenten des Europäischen Rats und dem Präsidenten der Europäischen Kommission. Insgesamt gibt es somit regelmäßig mindestens neun Gesprächsteilnehmer - daher der Name "G7" (kleiner Scherz).

Da die G7 keine internationale Organisation oder Institution ist, sondern ein informeller Zusammenschluss, verfügt sie auch über keine institutionalisierten Strukturen. Es existiert weder ein Ständiges Sekretariat noch ein Generalsekretär. Es gibt keinen formellen Gründungsakt.

Den Vorsitz der G7 übernimmt für die Dauer eines Jahres jeweils ein Mitglied, welches auch das jährliche Gipfeltreffen ausrichtet. Der sichtbarste Teil des G7-Prozesses sind diese jährlichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs, die üblicherweise zur Jahresmitte stattfinden.

Die Mitglieder der G7 als informeller Zusammenschluss können nur für sich selbst Verpflichtungen beschließen; anderen Staaten oder Institutionen gegenüber geben sie dagegen lediglich Diskussionsanstöße.

In vielen Medien werden die G7-Treffen irreführenderweise oft als "Wirtschaftsgipfel" oder auch als "Weltwirtschaftsgipfel" bezeichnet, was zu Verwechslungen mit den meist ebenso bezeichneten jährlichen Gipfeltreffen des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum - WEF) führt.


Bitte beachten

1997 konstituierte sich mit der Aufnahme Russlands in den Kreis der G7 die Gruppe offiziell als G8. Von den vorgeschalteten finanz- und wirtschaftspolitischen Beratungen der G7 blieb Russland aber weiterhin ausgeschlossen. Frankreich und die USA bestanden darauf, die bisherige G7-Gruppe nicht formal aufzulösen. Und dies - wie sich mit der Krim-Annexion herausgestellt hat - in offensichtlich weiser Voraussicht...

Entgegen landläufiger Meinung existierte die G7 auch nach der Konstituierung der G8 im Jahr 1997 weiterhin; sie umfasste normalerweise die Finanzminister der G8-Staaten mit Ausnahme Russlands. Putin sei "Dank" finden die G7-Treffen jetzt zusätzlich wieder auf höchster Ebene der Staats- und Regierungschefs statt.

Auf dieser internen Webseite finden Sie Näheres zur Entwicklung, den Organen, der Arbeitsweise und den Aktivitäten der G7 bzw. der G8
•  G7/G8 - Hintergrundinformation


Kommentar

Die ursprünglich als informelle "Kamingespräche" geplanten Treffen wurden im Laufe der Jahre zu medialen Großereignissen hochstilisiert und verloren damit ihren eigentlichen Zweck. Die Erweiterung des Teilnehmerkreises und des Themenkatalogs machten aus den Kamingesprächen mehr und mehr formalisierte Gipfelveranstaltungen mit mindestens 9 "Häuptlingen", ca. 250 "Indianern" (Delegationsteilnehmer), ca. 2.500 Medienvertretern, mehreren Tausend Sicherheitskräften und mehreren Zigtausend Demonstrationsteilnehmern.

Die Terminologie "Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienstaaten" suggeriert, dass sich die Vertreter der sieben "führenden" Staaten der Welt treffen. Tatsächlich aber fehlen wirtschaftlich weit vor z.B. Kanada rangierende Staaten wie z.B. China und Indien, wobei diese zudem von ihrer Einwohnerzahl her weit vor allen G7-Mitgliedern liegen. Die Teilnahme Kanadas resultierte aus der Tatsache, dass das Land Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts an siebter Stelle der Rangfolge der Wirtschaftsnationen lag.

Die Treffen locken seit Jahren auch ein entsprechendes Großaufgebot von Konferenzgegnern an, insbesondere die überwiegend friedlichen sogenannten "Globalisierungsgegner". In den Medien werden die Gipfeltreffen meist als stark gesicherte und abgeschirmte Veranstaltungen mit Gewaltauswüchsen bis hin zu Straßenschlachten wahrgenommen. 2005 erhielt das Treffen durch die "Live Eight"-Veranstaltungen von Pop-Musikern in 10 Ländern einen gewissen zusätzlichen Bekanntheitsgrad.

Trotz der Erweiterung des Teilnehmerkreises und des Themenkatalogs verkümmern die Ergebnisse der Gipfeltreffen zunehmend zu Lippenbekenntnissen und Allgemeinplätzen. Realiter dienen die Treffen der Kontaktpflege, bestenfalls kann von ihnen eine gewisse Signalwirkung ausgehen.