EU-Erweiterung – aktueller Stand

EU - Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten

Mitglieder und Beitrittskandidaten der EU

Die Grafik zeigt den aktuellen Mitgliederstand der Europäischen Union.

  • 28 Mitgliedstaaten der EU (blau)
  • 5 Beitrittskandidaten:
    Albanien, Mazedonien (EJR), Montenegro, Serbien, Türkei (grün)
  • 2 potentielle Kandidaten:
    Bosnien & Herzegowina, Kosovo (gelb)

Erweiterungsrelevante Entwicklungen der letzten Jahre

  1. Großbritannien
    Am 29. März 2017 hat der Europäische Rat vom Vereinigten Königreich die Mitteilung erhalten, dass es aus der Europäischen Union und der Europäischen Atomgemeinschaft auszutreten beabsichtigt. Damit können die Verhandlungen wie im Vertrag vorgesehen eröffnet werden.
    Ob diese Auswirkungen auf potentielle EU-Erweiterungen haben, bleibt abzuwarten. Bis zum Abschluss der zweijährigen Verhandlungen bleibt Großbritannien Mitglied der Europäischen Union (EU-28).
  2. Island
    Am 12. März 2015 hat Island, bis dahin der sechste Beitrittskandidat, seinen Antrag auf einen Beitritt zur Europäischen Union offiziell zurückgezogen.
  3. Albanien
    Der Europäische Rat gab am 27. Juni 2014 Albanien den Status eines Beitrittskandidaten.
  4. Kroatien
    Kroatien wurde am 1. Juli 2013 das 28. Mitgliedsland der EU. Anmerkung: Der Europäische Rat hatte am 9. Dezember 2011 den Beitrittsvertrag mit Kroatien unterzeichnet - Kroatien wurde somit sogenanntes Beitrittsland. Nach Ratifizierung des Vertrags in allen damals 27 EU-Mitgliedstaaten (die letzte Zustimmung erfolgte im Mai 2013 in Deutschland durch Bundestag und Bundesrat) wurde Kroatien in die EU aufgenommen.
  5. Serbien
    Der Europäische Rat gab am 1. März 2012 Serbien den Status eines Beitrittskandidaten.

Beitrittsverhandlungen

  • Mit drei der fünf Beitrittskandidaten werden Beitrittsverhandlungen geführt. Diese begannen mit der Türkei Oktober 2005, mit Montenegro Juni 2012 und mit Serbien Januar 2014. Mit den Beitrittskandidaten Albanien und Mazedonien (EJR) wurden noch keine Verhandlungen aufgenommen.

ERLÄUTERUNGEN
zu der in der EU gebräuchlichen Terminologie.
Die EU unterscheidet - in der Übersetzung leicht irreführend - vier Stadien eines möglichen Beitritts.

 •  Beitrittsländer (acceding countries)
Staaten, die beitreten werden, da sie die Beitrittsverhandlungen bereits erfolgreich abgeschlossen und einen Beitrittsvertrag unterzeichnet haben. Zu dem im Vertrag festgelegten Termin werden sie Mitgliedstaaten. Die letzte Hürde ist die erforderliche Ratifizierung des Beitrittsvertrags in allen EU-Mitgliedstaaten. Im Übergangszeitraum gelten für die Beitrittsländer besondere privilegierte Übergangsregelungen. Jüngstes Beitrittsland war Kroatien.
 •  Beitrittskandidaten (candidate countries)
Staaten, die beitreten können, sobald sie die Beitrittsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen haben und damit die Voraussetzungen für einen Beitritt erfüllen. Die derzeit 6 Beitrittskandidaten sind Albanien, Island, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Türkei.
 •  Potentielle Kandidaten (potential candidates)
Staaten, die beitreten möchten und die bei der EU ein offizielles Beitrittsgesuch eingereicht haben. Sie werden auch als Bewerberländer bezeichnet. Derzeit sind dies Bosnien & Herzegowina und Kosovo.
•  Potentielle Bewerberländer (potential candidate countries)
Staaten, die eine Mitgliedschaft anstreben wollen bzw. könnten. Derzeit sind in dieser Kategorie theoretisch denkbar die Staaten der "Östlichen Partnerschaft" der EU, also die drei osteuropäischen Staaten Weißrussland, Ukraine und Moldawien und die drei Kaukasusstaaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan.

Kommentar

Mit der Ost-Erweiterung 2004 wurde die Teilung Europas - 15 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - überwunden. Damit schien der Kreis der EU-Erweiterungen weitgehend geschlossen zu sein.

Tatsächlich aber befanden und befinden sich noch etliche Staaten in der Warteschleife. Nach wie vor ist die Anziehungskraft der EU als der stärkste Wirtschaftsraum der Welt ungebrochen. Angesichts der "weißen" Flecken auf der europäischen Landkarte stellt sich verstärkt die Frage, wie weit "Europa" reichen soll - und kann...

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