Wirtschaftsdaten der EU pro Kopf – BIP und TIV

Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in der EU

BIP pro Kopf 2017

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist ein Maß für die wirtschaftliche Aktivität eines Landes. Die Grafik zeigt das BIP pro Kopf, ausgedrückt in Kaufkraftstandards (KKS), der 28 EU-Mitgliedstaaten (gelb) sowie der 5 Beitrittskandidaten (hellblau) und der 2 potentiellen Kandidatenländer (weiß) für das Jahr 2017.

Das BIP pro Kopf weist bis zu sechsfache Unterschiede in den Mitgliedstaaten auf und reicht von 253% des EU-Durchschnitts in Luxemburg bis zu 49% in Bulgarien (siehe hierzu aber auch die Anmerkung weiter unten). In Italien entsprach das BIP pro Kopf mit 96% ungefähr dem EU-Durchschnitt. Deutschland liegt 23% über dem EU-Durchschnitt.


Tatsächlicher Individualverbrauch (TIV) pro Kopf in der EU

TIV pro Kopf 2017

Der Tatsächliche Individualverbrauch (TIV) pro Kopf ist ein alternativer Indikator für den Wohlstand, der besser geeignet ist, die Situation von Haushalten darzustellen. Die Grafik zeigt den TIV pro Kopf in KKS für das Jahr 2017 und für die gleichen Länder wie in der oberen Grafik. Die EU-Mitgliedstaaten sind diesmal in grün markiert.

Während meist das BIP pro Kopf als ein Indikator für das Niveau des Wohlstands eines Landes verwendet wird, sind im Allgemeinen die Niveaus des TIV homogener als die des BIP. Dennoch gibt es auch hier erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten - von 130% in Luxemburg bis zu 55% des EU-Durchschnitts in Bulgarien.

Datenquelle aller Zahlen dieser Webseite ist Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union.

Weiterführender externer Link

  • Eurostat
    (Webpräsenz des Statistischen Amts der Europäischen Union - in Deutsch)

ERLÄUTERUMGEN

1. Kaufkraftstandard (KKS)

Der Kaufkraftstandard ist eine Kunstwährung, welche die Unterschiede zwischen den nationalen Preisniveaus ausgleicht. Man kann mit einem KKS in allen Ländern dieselbe Menge an Waren und Dienstleistungen kaufen. Die KKS-Einheit ermöglicht aussagekräftige Volumenvergleiche der Wirtschaftsindikatoren verschiedener Länder, allerdings sollten Unterschiede zwischen Ländern mit nah beieinander liegenden Indizes nicht überbewertet werden.

2. BIP pro Kopf (BPK)

Analysiert man die Wirtschaftsleistung eines Staates, kann man sehr schnell auch einen Überblick über die Wirtschaftsleistung pro Kopf erhalten. Die Rechnung ist einfach: Teilen Sie das BIP eines Staates in Milliarden Euro durch die jeweilige Einwohnerzahl in Millionen und multiplizieren Sie das Ergebnis mal Tausend, und Sie erhalten das BIP-pro-Kopf eines Landes.

Ein Beispiel mit stark vereinfachten und gerundeten Zahlen: Das BIP Deutschlands betrüge 3.200 Milliarden Euro, die Einwohnerzahl 80 Millionen. Ergo: 3.200 : 80 = 40. Dieses Ergebnis mal Tausend ergibt ein BIP-pro-Kopf von rund 40.000 Euro.

3. Tatsächlicher Individualverbrauch (TIV)

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte (KPH) beziehen sich auf diejenigen Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die von den Haushalten selbst erworben und bezahlt werden. Indikatoren, welche die Situation der Haushalte unmittelbar erfassen, sind besser als das BIP pro Kopf geeignet den Wohlstand darzustellen. Das Niveau des Verbrauchs pro Kopf ist einer dieser Indikatoren.

Der Tatsächliche Individualverbrauch (TIV) umfasst alle Güter und Dienstleistungen, die tatsächlich(!) vom Haushalt konsumiert werden, unabhängig davon, ob diese Güter und Dienstleistungen von Haushalten, vom Staat oder von gemeinnützigen Organisationen erworben und bezahlt wurden.

Der TIV wird also nicht von der Tatsache beeinflusst wird, dass die Regelung bestimmter wichtiger Dienstleistungen, die von den Haushalten konsumiert werden, sich deutlich zwischen den Ländern unterscheidet (beispielsweise wenn die Kosten für Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen in einem Land vom Staat übernommen werden und in einem anderen Land von den Haushalten selber getragen werden müssen).

4. Anmerkung zu Luxemburg

Das hohe Niveau des BIP pro Kopf in Luxemburg ist teilweise auf den großen Anteil von Grenzgängern an der Gesamtzahl der Beschäftigten zurückzuführen. Sie tragen zwar zum BIP Luxemburgs bei, werden aber bei der Wohnbevölkerung nicht berücksichtigt, die zur Berechnung des BIP pro Kopf herangezogen wird.