Wirtschaftsleistung der EU-Staaten

Wirtschaftsleistung der EU-Mitgliedstaaten - nach Größe geordnet

Vergleich der Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union nach Angaben von Eurostat rund 14.702 Milliarden Euro. Die EU ist damit de facto der wirtschaftsstärkste Raum der Welt, allerdings wird ihr dieser Platz - in US-Dollar gemessen - von den USA streitig gemacht, wie die entsprechenden Daten der Weltbank (World Development Indicators - WDI) zeigen.

Die Grafik zeigt die Wirtschaftsdaten der 28 EU-Mitgliedstaaten gemessen an ihrem BIP in Milliarden Euro nominal, also in Marktpreisen. Beide Diagramme sind fortlaufend der Größe nach absteigend geordnet und in der gleichen Skalierung gehalten, um die Bandbreite der Wirtschaftsleistung innerhalb der EU zu verdeutlichen. Bitte beachten Sie, dass die Skalierung bei 3.000 Milliarden endet, wodurch der Balken für Deutschland leicht verkürzt ist.

Weiterführende externe Links

  • Eurostat
    (Statistisches Amt der Europäischen Union - Webpräsenz in Deutsch)
  • The World Bank
    (Webpräsenz der Weltbank - hier: World Development Indicators - in Englisch)

Vergleich von Einwohnerzahlen und Wirtschaftskraft von EU-Mitgliedstaaten und Türkei

Vergleich der Einwohnerzahlen mit der Wirtschaftskraft

Die Grafik vergleicht anhand der Daten für 2017 die Einwohnerzahlen (linkes Diagramm in grün) mit der Wirtschaftskraft (rechtes Diagramm in gelb) der 15 bevölkerungsreichsten Staaten der EU-28. Ausgangspunkt für die Skalierung beider Diagramme ist die Bundesrepublik Deutschland als jeweils stärkster Staat. Die Diagramme sind in sich viergeteilt - die senkrechten Linien stehen also für die 25%, 50%, 75% und 100%-Marken, bezogen auf den jeweils höchsten Wert.

Würden alle dargestellten Staaten pro Kopf die gleiche Wirtschaftsleistung erbringen, müssten die beiden Balkendiagramme identisch sein. Tatsächlich erkennt man auf der rechten Seite deutliche "Ausfransungen".

Dem wirtschaftsstärksten Staat Deutschland folgen Großbritannien, Frankreich und Italien, wobei auffällt, dass die beiden Letzteren im Vergleich zur Bevölkerungsstärke bereits leicht abfallen. Dies gilt in verstärktem Maß auch für Spanien, Griechenland und Portugal und - verständlicherweise - für die osteuropäischen Länder Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

Anmerkungen zur Türkei siehe unten.

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Erkenntnisse

1. Wirtschaftsdaten

Die Wirtschaftsleistung der EU betrug 2015 insgesamt über 14.600 Milliarden Euro. Die Bundesrepublik Deutschland trug mit über 3.000 Milliarden mehr als ein Fünftel zum Gesamt-BIP der EU bei. Bemerkenswert: Die 14 kleinsten Volkswirtschaften der EU erreichen zusammen nur etwa ein Drittel der Wirtschaftskraft Deutschlands.

Hinweis: Da die Wirtschaftsleistung in Euro gemessen wird, ist bei den Ländern, die keine Mitglieder der Euro-Zone sind (z.B. Großbritannien), zu berücksichtigen, dass sich eine (scheinbare) Veränderung des BIP im Vergleich zu den Vorjahren alleine aufgrund von Wechselkursschwankungen ergeben kann.

Tipp
Analysiert man die Wirtschaftsleistung eines Staates, kann man sehr schnell auch einen Überblick über die Wirtschaftsleistung pro Kopf erhalten. Die Rechnung ist einfach: Teilen Sie das BIP eines Staates in Milliarden Euro durch die jeweilige Einwohnerzahl in Millionen und multiplizieren Sie das Ergebnis mal Tausend, und Sie erhalten das BIP-pro-Kopf eines Landes.

Ein Beispiel mit stark vereinfachten und gerundeten Zahlen: Das BIP Deutschlands betrüge 3.200 Milliarden Euro, die Einwohnerzahl 80 Millionen. Ergo: 3.200 : 80 = 40. Dieses Ergebnis mal Tausend ergibt ein BIP-pro-Kopf von rund 40.000 Euro.

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2. Türkei

Betrachtet man die Wirtschaftsleistung der Türkei, wird die im Verhältnis zu Deutschland und anderen großen EU-Staaten vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft des Landes deutlich - allerdings ist hierbei fairerweise festzustellen, dass sich die Türkei in den letzten Jahren in einer Phase deutlichen wirtschaftlichen Aufschwungs befand und sich in einem - wenn auch langfristig angelegten - Aufholprozess befinden dürfte.

Betrachtet man die Einwohnerzahlen des Beitrittskandidaten Türkei, wird deutlich, dass bei einer weiterhin leicht steigenden Einwohnerzahl der Türkei diese nach einem etwaigen Beitritt der zweitgrößte Staat der EU würde und  unter Umständen sogar das größte Mitgliedsland in der EU werden könnte - eine Prognose, die von den Gegnern eines Türkei-Beitritts gerne als Argument ins Feld geführt wird.

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