Die OPEC auf einen Blick

SPOTLIGHTKatar will die OPEC im Januar 2019 verlassen. Die OPEC wurde am 3. Dezember 2018 über die Entscheidung informiert. Seit dem Beitritt der Republik Kongo am 22. Juni 2018 hat die OPEC 15 Mitglieder, mit dem Austritt Katars wären es dann wieder 14 Mitglieder.
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Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC)
Organisation der erdölexportierenden Länder

OPEC - Mitglieder

Hintergrund

Die OPEC ist eine internationale Organisation, die im September 1960 in Bagdad (Irak) durch die fünf Förder- und Exportstaaten Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela gegründet wurde. Sitz der OPEC ist seit 1965 Wien (vorher Genf).

Ziele

Koordinierung der Erdölpolitiken in den Förderstaaten; Stabilisierung der Weltmarktpreise u.a. durch Regulierung der Fördermengen und "faire Erträge" für Investoren in der Erdölindustrie. Solidarität soll ausgeübt werden bei Sanktionen der Abnehmerstaaten, denen ein oder mehrere Mitgliedstaaten bei Befolgung von OPEC-Beschlüssen durch internationale Ölkonzerne ausgesetzt sind.

Mitglieder (15)

  • 6 vorderasiatische Staaten: Irak, Iran, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
  • 7 afrikanische Staaten: Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Libyen, Nigeria, Republik Kongo (seit 22. Juni 2018)
  • 2 südamerikanische Staaten: Ecuador, Venezuela

Indonesien war von 1962-2009 Mitglied, reaktivierte seine Mitgliedschaft im Januar 2016 und verließ die OPEC wieder im Dezember 2016. Eine tabellarische Übersicht der OPEC-Mitgliedstaaten mit Erläuterungen finden Sie weiter unten.

Weiterführender externer Link


OPEC - Fördermengen im Vergleich

 

Die Ölfördermengen der OPEC-Staaten

Die Grafik vergleicht die Ölfördermengen 2017 der OPEC-Länder in Tausend Fass pro Tag (barrel per day = b/d). Die Säulen der aktuellen 15 Mitglieder sind wie folgt farblich gekennzeichnet: Naher/Mittlerer Osten in blau, Südamerika in grün, Westafrika in braun, Nordafrika in orange. Weitaus stärkstes Förderland ist Saudi-Arabien (linke Säule, abgeschnitten).

Die beiden Kreisdiagramme zeigen den global gesehen relativ geringen OPEC-Anteil in Höhe von 43,5% der globalen Ölförderung und 55,6% des globalen Ölexports. Bemerkenswert ist die zunehmende Bedeutung des afrikanischen Kontinents und Venezuelas an sechster Stelle.

Siehe hierzu auch den folgenden Themenbereich unserer Website
•  Energiepolitik


 

Die Außenhandelsströme des OPEC-Öls

Die Grafik zeigt das Exportvolumen in 2017 der drei OPEC-Regionen Naher Osten, Afrika und Südamerika. Die drei wichtigsten Empfängerregionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik sind dargestellt (nicht die jeweiligen Einzelstaaten!). Die Balkenstärke gibt in etwa die Größe der Exportmengen wieder, gemessen in Tausend Fass pro Tag.

Der Nahe Osten erbringt deutlich über zwei Drittel des gesamten OPEC-Volumens. Auffallend ist, dass heute bereits annähernd drei Viertel des Nahost-Exports in den asiatisch-pazifischen Raum geht, während Afrika (noch?) überwiegend in den europäischen und amerikanischen Raum, und Südamerika überwiegend in den nordamerikanischen Raum exportieren.


OPEC - Export im Jahr 2006

 

Die Außenhandelsströme 2006 zum Vergleich

Die Grafik zeigt das Exportvolumen in 2006 der damals dreizehn OPEC-Staaten zum Vergleich, wobei der Nahe Osten nur als Region gewertet wird. Die Balkenstärke gibt auch hier in etwa die Größe der Exportmengen wieder, für den Export nach Asien allerdings in abgeschwächter Form.

Auffallend ist die Dominanz des Nahen Ostens und die bereits erkennbare Konkurrenz zwischen Nordamerika und Europa einerseits sowie zwischen diesen beiden Regionen und dem asiatisch-pazifischen Raum andererseits.

Bitte beachten: Die Gesamtmenge der OPEC-Exporte betrug nur etwa 55% des globalen Ölexports. Unter Einschluss Russlands und anderer Exportstaaten ergäbe sich ein anderes Bild.

Hinweis: Die Daten dieser Webseite beruhen auf den Angaben der OPEC (Annual Statistical Bulletin 2016).


Tabelle
Mitglieder der OPEC (15)
mit ihrem Beitrittsjahr und Erläuterungen zu den Mitgliedsjahren bzw. Wiedereintrittsjahren.

Die OPEC unterscheidet zwischen Gründermitgliedern (5) und Vollmitgliedern, also Ländern, deren Aufnahmeantrag von der Konferenz mit Drei-Viertel-Mehrheit akzeptiert wurde. Die Satzung ermöglicht auch eine Assoziierte Mitgliedschaft.

Algerien (1969)
Angola (2007)
Äquatorialguinea (2017)
Ecuador (1973) - Mitgliedschaft ruhte ab Dezember 1992 und wurde im Oktober 2007 wieder reaktiviert.
Gabun (1975) - Mitgliedschaft wurde im Januar 1995 beendet. Wiedereintritt erfolgte im Juli 2016.
Irak (1960)
Iran (1960)
Katar (1961)
Kuwait (1960)
Libyen (1962)
Nigeria (1971)
Republik Kongo (2018)
Saudi-Arabien (1960)
Venezuela (1960)
Vereinigte Arabische Emirate (VAE) (1967)

Anmerkung: Indonesien war von 1962 bis 2009 Mitglied. Die Mitgliedschaft wurde im Januar 2016 reaktiviert und im Dezember 2016 wieder deaktiviert.


Kommentar

Die Rolle der OPEC im Kräftespiel der Weltwirtschaft und des Welthandels hat sich seit ihrer ersten effektvollen Kraftprobe 1973, als der Ölpreis im Zusammenhang mit dem Yom-Kippur-Krieg (Israel vs. Ägypten und Syrien) und dem arabischen Ölboykott (OAPEC) erheblich anstieg, gegenüber den westlichen Industriestaaten durch folgende Faktoren gewandelt.

Auf der einen Seite:

Die Energieabhängigkeit der Verbraucherstaaten vom Erdöl ist heute anteilsmäßig wesentlich geringer (!) als in den 70er Jahren.
Die Verbraucherstaaten haben ihre Abnahmestrategien diversifiziert und beziehen zunehmend auch Erdöl aus Förderstaaten, die nicht Mitglied der OPEC sind.
Einige Verbraucherstaaten haben zwischenzeitlich beachtliche eigene Rohölvorkommen erschlossen (z.B. Großbritannien, Norwegen, Russland und die USA).
Die OPEC-Mitglieder selbst halten sich oft nicht an ihre eigenen Preis- und Förderabsprachen, mit denen die auf den Weltmarkt gebrachten Rohölmengen künstlich verknappt und damit für die Verbraucher teurer gehalten werden sollen.

Auf der anderen Seite:

Der enorme Energiehunger der sogenannten Schwellenländer (China, Indien, Brasilien u.a.) verstärkt den globalen Wettbewerb um Energieressourcen und stärkt damit auch die Position der OPEC.

Die heute 14 Länder umfassende Organisation hat sich, mit unterschiedlicher Effizienz, zu einem formidablen wirtschaftlichen globalen Akteur entwickelt, der etwa 60% der weltweiten Erdölexportmenge anbietet.

Trotz der o.a. Schwächen vermag es die OPEC immer wieder, so zum Beispiel 1999/2000, durch eine starke Drosselung der Ölproduktion einen Anstieg des Ölpreises, der angesichts einer Überproduktion gewisser OPEC-Staaten immer wieder einmal fällt, zu erzielen. Oft machen auch kartellungebundene Produzenten wie Mexiko, Norwegen, Russland oder Oman ebenfalls Zusagen über Förderreduzierungen, so zum Beispiel im November/Dezember 2016.

Das Erdöl-Kartell ist ein "Musterbeispiel" internationaler Solidarität: Zum einen scheuen sich europäische Förderstaaten wie Großbritannien und Norwegen nicht, von den OPEC-Preiserhöhungen zu profitieren, indem sie ihre Ölpreise angleichen. Zum anderen trifft jede Preiserhöhung nicht nur die finanziell relativ starken Industrieländer, sondern insbesondere jene Entwicklungsländer, die über keine alternativen Energien und keine finanziellen Reserven verfügen, unverhältnismäßig hart.

Doch der Markt vermag auch hier einiges regeln: So würde ein Rückgang der Einnahmen aus dem Erdölexport etliche der sehr wohlhabenden OPEC-Mitglieder zu umfangreichen Sparmaßnahmen zwingen und könnte damit soziale Verwerfungen zur Folge haben; hingegen würde eine Steigerung des globalen Ölhungers und damit der Exporteinnahmen insbesondere den arabischen OPEC-Ländern erlauben, umfangreiche Kapitalinvestitionen auf dem Weltmarkt, insbesondere in den westlichen Industrieländern, vorzunehmen.

Im September 2000 hat die OPEC auf ihrem ersten Gipfeltreffen seit 1975 anlässlich des 40. Gründungsjahrestages die Industriestaaten zu einer Senkung der Benzin- und Dieselsteuern aufgerufen, da diese den größten Teil des Endpreises der Kraftstoffe ausmachten. Unsere Meinung: "Wo se recht ham, ham se recht..."