Der Vermögensberg der Deutschen

Privatvermögen - der Vermögensberg der Deutschen (Zusammensetzung des Vermögens)

Das Privatvermögen in Deutschland

Herzlichen Glückwunsch! Das Gesamtvermögen der privaten Haushalte in Deutschland war im Jahr 2017 mit rund 14.300 Milliarden Euro fast so groß wie die gesamte Wirtschaftsleistung der Europäischen Union im gleichen Jahr.

Das linke Diagramm zeigt die Entwicklung des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland. Dieses ist 2017 auf eine Höhe von rund 6.065 Milliarden Euro angewachsen. Das ist das Vierundzwanzigfache des privaten Geldvermögens aus dem Jahr 1970 (siehe grüne Säulen im linken Diagramm der Grafik). Allein seit Beginn der neunziger Jahre hat sich das Geldvermögen des privaten Haushaltssektors mehr als vervierfacht.

Die mittleren Kästen (hellgelb) zeigen die prozentuale Zusammensetzung des Geldvermögens, dabei u.a. Bargeld und Geldeinlagen bei Banken, Ansprüche gegenüber Versicherungen, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere.

Die rechte Säule markiert die Zusammensetzung des Gesamtvermögens (ohne Gebrauchsvermögen) der privaten Haushalte einschließlich der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck im Jahr 2017 in Euro wie folgt

•  6.065 Milliarden Geldvermögen (brutto - grün)
•  3.158 Milliarden Grund und Boden (hellbraun)
•  5.098 Milliarden Anlagevermögen (netto - dunkelgelb)

Insgesamt verfügt der private Haushaltssektor über ein Gesamtvermögen von rund 14.320 Milliarden Euro brutto. Das ist mehr als das Vierfache des derzeitigen jährlichen Bruttoinlandsprodukts Deutschlands und weit mehr als das Siebenfache des Schuldenbergs der öffentlichen Hand.

Werden vom Gesamtvermögen die Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1.745 Milliarden abgezogen, erhält man ein Reinvermögen von 12.570 (ohne Gebrauchsvermögen) bzw. 13.650 Mrd. Euro inklusive Gebrauchsvermögen in Höhe von rund 1.074 Mrd. Euro.

Allerdings: Das Privatvermögen in Deutschland ist sehr ungleichmäßig verteilt. Diese interne Webseite sollten Sie in diesem Zusammenhang unbedingt lesen
•  Die Vermögensverteilung in Deutschland

Weiterführende externe Links


Begriffsproblematik

Öffentliche Aussagen zur Höhe und Verteilung des Privatvermögens in Deutschland beziehen sich in der Regel auf das sogenannte Reinvermögen, benutzen hierfür aber den im allgemeinen Sprachgebrauch üblichen Begriff Nettovermögen, so zum Beispiel auch der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vom März 2013: "Das private Nettovermögen... stieg [2011] auf gut zehn Billionen Euro an."

Das Dilemma: Brutto und Netto werden unterschiedlich definiert.

  • Die Bundesbank verwendet die Begriffe Brutto und Netto wie folgt: Bruttogeldvermögen ist die Gesamtheit aller Geldwerte, Nettogeldvermögen ist das Brutto abzüglich der Kredite und sonstigen Verbindlichkeiten.
  • Das Statistische Bundesamt verwendet in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) die Begriffe Brutto und Netto wie folgt: Bruttovermögen ist der Neuwert, Nettovermögen ist der Zeitwert (Neuwert abzüglich Abschreibungen) von Anlagen, jeweils zu Wiederbeschaffungspreisen.
  • In den sogenannten integrierten Vermögensbilanzen, die jährlich vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank veröffentlicht werden, erscheinen das von der Deutschen Bundesbank berechnete Geldvermögen als Bruttowert und die vom Statistischen Bundesamt berechneten Anlage-und Gebrauchsvermögen als sogenannte Nettowerte.

Wir behalten die Begriffe Gesamtvermögen (umgangssprachlich Bruttovermögen) und Reinvermögen (umgangssprachlich Nettovermögen) bei und definieren diese wie folgt:

Gesamtvermögen

  • Geldvermögen (brutto)
  • Anlagevermögen (netto=Zeitwert)
  • Grund und Boden (Ist-Wert), da hierauf keine Abschreibungen erfolgen.

Reinvermögen

  • Geldvermögen (netto), d.h. brutto abzüglich Kredite und sonstige Verbindlichkeiten
  • Anlagevermögen (netto=Zeitwert)
  • Grund und Boden (Ist-Wert).

Bitte beachten und nicht irritieren lassen: Zu beiden Vermögenswerten kann - und unserer Meinung sollte - das real existierende Gebrauchsvermögen (netto =Zeitwert) hinzugerechnet werden, wodurch sich die Vermögenswerte entsprechend erhöhen - 2015 um jeweils rund 1.000 Milliarden Euro.


Vorsicht: Datenwirrwarr und Interpretationsfallen

Alleinige und belastbare Datenquelle dieser Webseite sind die sogenannten integrierten Vermögensbilanzen, die jährlich im Herbst vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank unter dem Titel "Sektorale und gesamtwirtschaftliche Vermögensbilanzen" veröffentlicht werden.

Andere Daten zum Privatvermögen, die im Rahmen unterschiedlicher Befragungen, Panels, Studien und Berichte veröffentlicht werden, sind mit den Daten der integrierten Vermögensbilanzen nicht bzw. nur bedingt kompatibel. Ihre Veröffentlichung führt regelmäßig zu Irritationen über die korrekte Datenlage.

Um diese Webseite nicht zu überfrachten, haben wir diese Datenproblematik auf einer eigenen Webseite zusammengestellt
•  Privatvermögen - Definitionsvielfalt und Interpretationsfallen