Einwohnerzahlen der EU

Einwohnerzahlen der EU - Vergleich der Mitgliedstaaten

Vergleich der Einwohnerzahlen

2017 hatte die Europäische Union 512,6 Millionen Einwohner. Die Grafik zeigt die Vergleichsdaten der 28 EU-Mitgliedstaaten in Millionen, basierend auf den Angaben von Eurostat mit Stand 1. Januar 2018. Einige Länderdaten sind vorläufig. Die Skalierung beider Diagrammteile ist bewusst identisch gehalten, um einen korrekten Vergleich der Größenverhältnisse zu ermöglichen. Beide Skalen sind jeweils in 20-Millionen-Segmente unterteilt.

Das mit Abstand bevölkerungsreichste Land ist die Bundesrepublik Deutschland mit 82,8 Millionen. Die vier größten EU-Staaten - Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien - stellen mit zusammen rund 277 Millionen mehr als die Hälfte der EU-Bevölkerung. Jedes einzelne dieser vier Länder hat deutlich mehr Einwohner als die vierzehn im rechten Diagramm aufgelisteten kleineren Länder mit zusammen etwas über 51 Millionen Einwohnern.


Anteile der Mitgliedstaaten an der Gesamtbevölkerung der EU

Anteile an der Gesamtbevölkerung

Die Grafik zeigt den Anteil der Mitgliedstaaten an der Gesamtbevölkerung der EU zum Jahresende 2017. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben das größte demografisches Gewicht. Das Tortendiagramm zeigt die prozentualen Anteile der 14 größten Mitgliedstaaten.

Mit einem Anteil von 16,2% an der gesamten EU-Bevölkerung ist Deutschland nach wie vor der bevölkerungsreichste Mitgliedstaat, gefolgt von Frankreich (13,1%), Großbritannien (12,9%), Italien (11,8%), Spanien (9,1%) und Polen (7,4%).

Die 14 sonstigen Mitgliedstaaten (siehe kleines Balkendiagramm) kommen auf einen Anteil von insgesamt 10,1 Prozent (nominal 51,8 Millionen) und haben damit zusammen weniger Einwohner als jeder der 4 bevölkerungsstärksten EU-Mitglieder alleine.


EU - Vergleich der Einwohnerzahlen und Wirtschaftskraft von EU-Mitgliedstaaten

Vergleich der Einwohnerzahlen mit der Wirtschaftskraft

Die Grafik vergleicht die Einwohnerzahlen (linkes Diagramm in grün) mit der Wirtschaftskraft (rechtes Diagramm in gelb) der 15 bevölkerungsreichsten Staaten der EU im Jahr 2017. Ausgangspunkt für die Skalierung beider Diagramme ist die Bundesrepublik Deutschland als jeweils stärkster Staat. Die Diagramme sind in sich viergeteilt - die senkrechten Linien stehen also für die 25%, 50%, 75% und 100%-Marken, bezogen auf den jeweils höchsten Wert.

Würden alle dargestellten Staaten pro Kopf die gleiche Wirtschaftsleistung erbringen, müssten die beiden Balkendiagramme identisch sein. Tatsächlich erkennt man auf der rechten Seite deutliche "Ausfransungen".

Dem wirtschaftstärksten Staat Deutschland folgen Großbritannien, Frankreich  und Italien, wobei auffällt, dass alle drei Länder im Vergleich zu ihrer Bevölkerungsstärke bereits leicht abfallen. Dies gilt in verstärktem Maß auch für Spanien, Griechenland und Portugal, die langjährigen Sorgenkinder der EU, und - verständlicherweise - für die osteuropäischen Länder Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

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Erkenntnisse

1. Bedeutung der Einwohnerzahlen

Die 6 größten Staaten der EU stellen mit zusammen rund 360 Millionen Einwohnern mehr als zwei Drittel der EU-Bevölkerung von insgesamt 512,6 Millionen im Jahr 2017. Die anderen 22 Staaten haben zusammen rund 150 Millionen Einwohner und damit etwa so viel Einwohner wie die beiden größten Staaten Deutschland und Frankreich zusammen.

Diese Zahlen sind von Bedeutung zum einen für Entscheidungen im Europäischen Rat (Staats- und Regierungschefs), zum anderen für das Abstimmungsverfahren im Rat der Europäischen Union (Ministerrat).

a. Europäischer Rat
Da der Europäische Rat einstimmig beschließen muss und jeder Staat eine Stimme hat, besitzt z.B. die Stimme Maltas mit annähernd 500.000 Einwohnern das gleiche Gewicht wie die Stimme des 160-mal größeren Deutschlands mit mehr als 82 Millionen Einwohnern.

b. Ministerrat
Da im Rat (Ministerrat) bei Abstimmungen mit qualifizierter Mehrheit die sechs einwohnerstärksten Staaten mit ihrer mehr als Zwei-Drittel-Mehrheit in Höhe von 360 Millionen Einwohnern jeden Mehrheitsbeschluss im Ministerrat durchsetzen könnten, wurde mit dem Vertrag von Lissabon das 55/65-Prozent-Kriterium (die sogenannte "doppelte Mehrheit") eingeführt. Das heißt: Ein Beschluss auf der Grundlage eines Vorschlags der EU-Kommission kann im Ministerrat nur dann gefasst werden, wenn mindestens 55 Prozent der Mitgliedstaaten (also 16 Mitglieder), die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung (2017 rund 330 Millionen) repräsentieren, zustimmen.

2. Türkei

Betrachtet man die Einwohnerzahl des Beitrittskandidaten Türkei in Höhe von mehr als 80 Millionen (2017), so wird deutlich, dass bei einer weiterhin leicht steigenden Einwohnerzahl der Türkei diese nach einem etwaigen Beitritt der zweitgrößte Staat der EU, wahrscheinlich sogar das größte Mitgliedsland in der EU werden würde - eine Prognose, die von den Gegnern eines Türkei-Beitritts gerne als Argument ins Feld geführt wird.

Betrachtet man die Wirtschaftsleistung der Türkei, wird die im Verhältnis zu Deutschland und anderen großen EU-Staaten vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft des Landes deutlich - allerdings ist hierbei fairerweise festzustellen, dass sich die Türkei in einer Phase deutlichen wirtschaftlichen Aufschwungs befand und sich in einem - wenn auch langfristig angelegten - Aufholprozess befinden dürfte.

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