Die Schuldenmacher der Eurozone – Schuldenquoten

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Schuldenquoten der Mitglieder der Eurozone in Prozent des BIP

Schuldenquoten in Prozent des BIP

Im Jahr 2016 betrug der öffentliche Schuldenstand in der Eurozone gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 89,2 Prozent (2015=90,3%). Die Grafik zeigt die Staatsverschuldung (Verschuldungsquote, auch Schuldenstandquote genannt) der einzelnen Mitgliedstaaten der Eurozone. Die rote Linie markiert den "erlaubten" sogenannten Maastricht-Schwellenwert von 60% des BIP. Die roten Säulenanteile markieren die über diesem Schwellenwert liegenden verschuldeten Länder, die grünen Säulen die Länder mit relativ "geringer" Verschuldung.

Nur sechs Euroländer blieben 2016 unter dem 60%-Schwellenwert, und fünf Euroländer liegen mit ihren Schulden im dreistelligen Prozentbereich. Gemessen am BIP sank der öffentliche Schuldenstand in der Eurozone gegenüber 2015 von 90,3% auf 89,2% und in der EU insgesamt von 84,9% auf 83,5%.


Schuldenentwicklung in der Eurozone - Schuldenstand 2008 und heute im Vergleich

Schuldenquoten 2008 zum Vergleich

Die Grafik vergleicht den Schuldenstand im Jahr 2008 (gelbe Säulenanteile) mit dem Schuldenstand 2016 (rote Säulen), gemessen in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) . Die rote Linie markiert den Maastricht-Schwellenwert von 60%.

2008 lag der Schuldenstand von 11 Ländern noch unter der 60%-Marke und von nur drei Ländern (Belgien, Griechenland und Italien) deutlich über diesem Wert. Seit 2008 hat sich der öffentliche Schuldenstand in allen(!) Mitgliedstaaten der Eurozone erhöht. Immerhin gelang es Malta im letzten Jahr, wieder unter die 60%-Marke zu rutschen. 2016 blieben nur noch 6 der 19 Länder unterhalb des Schwellenwerts. Spitzenreiter des Schuldenstandes ist Griechenland mit rund 179 Prozent(!), gefolgt von vier Ländern im dreistelligen Prozentbereich (Belgien, Italien, Portugal und Zypern).

Bitte beachten: Um die Schuldenentwicklung einzuordnen und sachgerecht zu interpretieren, ist es notwendig, das Verhältnis der gelben und der roten Säulenanteile der einzelnen Länder zu vergleichen. So hat sich z.B. der aktuell realiter niedrige Schuldenstand von Estland seit 2008 verdoppelt, und der Schuldenstand von Slowenien sogar fast vervierfacht.

Hinweis: Datenquelle aller Daten dieser Webseite ist Eurostat.

Weiterführender externer Link

  • Eurostat
    (Webpräsenz des Statistischen Amts der Europäischen Union - in Deutsch)

Kommentar

Zu beachten ist, dass der Maastricht-Schwellenwert von 60 Prozent nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, sondern ein realpolitisches Zugeständnis ist. Solide wäre eine Haushaltsführung, die auf Schulden generell verzichtet - also einen Schwellenwert von Null einhält - oder besser noch, Überschüsse generiert, um die bereits bestehenden Schuldenberge abzubauen. Konkret gefragt:

  • Könnten Sie ruhig schlafen, wenn Sie bei einem angenommenen jährlichen Einkommen von 30.000 Euro mehr als 20.000 Euro Schulden hätten?

Na dann gut's Nächtle...