Die Schuldenmacher der Eurozone – Defizitquoten

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Defizitquoten der Mitglieder der Eurozone in Prozent des BIP

Defizitquoten in Prozent des BIP

Im Jahr 2016 verringerte sich das öffentliche Defizit in der Eurozone gemessen am BIP deutlich auf 1,5 Prozent (2015=2,1%). Die Grafik zeigt die Neuverschuldung (Nettokreditaufnahme, auch öffentliches Defizit genannt) bzw. den öffentlichen Überschuss der einzelnen Mitgliedstaaten der Eurozone. Die rote Linie markiert den "erlaubten" sogenannten Maastricht-Schwellenwert von 3% des BIP. Die roten Säulenanteile markieren die über diesem Schwellenwert liegenden neuverschuldeten Länder, die grünen Säulen die Länder mit Überschuss.

Etliche Defizitquoten haben sich 2016 zum Teil deutlich verringert. Nur noch zwei Staaten überschritten den Maastricht-Schwellenwert - Frankreich und Spanien. Acht Staaten verzeichneten im Jahr 2016 einen öffentlichen Überschuss, u.a. Deutschland mit 0,8%, Luxemburg mit 1,6% und - kaum zu glauben aber wahr - Griechenland mit 0,7%. Gemessen am BIP verringerte sich das öffentliche Defizit in der Eurozone gegenüber dem Vorjahr von 2,1% auf 1,5% und in der EU insgesamt von 2,4% auf 1,7%.


Defizitquoten 2014 der Mitglieder der Eurozone in Prozent des BIP

Defizitquoten 2014 zum Vergleich

Die nebenstehende Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie oben die Neuverschuldung bzw. den öffentlichen Überschuss der einzelnen Mitgliedstaaten der Eurozone.

Auf einen Blick deutlich wird die im Vergleich zur aktuellen Lage erheblich schlechtere Bilanz des öffentlichen Finanzierungssaldos. Nur drei Staaten verzeichneten im Jahr 2014 einen öffentlichen Überschuss: Estland 0,3%, Deutschland 0,7% und Luxemburg 1,4%. Hingegen überschritten neun Staaten den Maastricht-Schwellenwert, von denen zudem drei Staaten unter dem Euro-Rettungsschirm standen.

Gemessen am BIP lag das öffentliche Defizit insgesamt im Jahr 2014 in der Eurozone bei 2,6% und in der EU insgesamt bei 3,0%.

Weiterführender externer Link

  • Eurostat
    (Webpräsenz des Statistischen Amts der Europäischen Union - auch in Deutsch)

Kommentar

Zu beachten ist, dass der Maastricht-Schwellenwert von 3 Prozent nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, sondern ein realpolitisches Zugeständnis ist. Solide wäre eine Haushaltsführung, die auf Schulden generell verzichtet - also einen Schwellenwert von Null einhält - oder besser noch, Überschüsse generiert, um die bereits bestehenden Schuldenberge abzubauen. Konkret gefragt:

  • Könnten Sie ruhig schlafen, wenn Sie bei einem angenommenen jährlichen Einkommen von 30.000 Euro fast 1.000 Euro neue (also zusätzliche!) Schulden aufnehmen müssten - und das Jahr für Jahr?

Na dann gut's Nächtle...