Die Schuldenmacher der Eurozone – Defizitquoten

Defizitquoten der Mitglieder der Eurozone in Prozent des BIP

Defizitquoten 2018

Im Jahr 2018 betrug das öffentliche Defizit in der Eurozone gemessen am BIP 0,5 Prozent. Die Grafik zeigt das öffentliche Defizit (auch als Neuverschuldung bzw. Nettokreditaufnahme bekannt) bzw. den öffentlichen Überschuss der einzelnen Mitgliedstaaten der Eurozone. Die rote Linie markiert den "erlaubten" sogenannten Maastricht-Schwellenwert von 3% des BIP. Die gelben Säulen markieren die Länder mit Defizit, die grünen Säulen die Länder mit Überschuss.

Im Jahr 2018 verzeichneten 8 Länder einen öffentlichen Überschuss, unter anderem Malta (+2,0%), Luxemburg (+2,4%), Deutschland (+1,7%) und - kaum zu glauben aber wahr - Griechenland mit +1,1%. Irland wies einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo aus. 11 Länder verzeichneten öffentliche Defizite, die sich im Vergleich zu 2017 zum Teil deutlich verringert haben. Nur noch ein Mitgliedstaat weist ein Defizit von 3% oder mehr des BIP auf: Zypern, das sich sprunghaft auf  minus 4,8 Prozent verschlechterte.

Gemessen am BIP ging das öffentliche Defizit im Euroraum von -1,0% im Jahr 2017 auf -0,5% im Jahr 2018 und in der EU28 von -1,0% auf -0,6% zurück.


Defizitquoten 2014 der Mitglieder der Eurozone in Prozent des BIP

Defizitquoten 2014 zum Vergleich

Die nebenstehende Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie oben das öffentliche Defizit bzw. den öffentlichen Überschuss der einzelnen Mitgliedstaaten der Eurozone.

Auf einen Blick deutlich wird die im Vergleich zur aktuellen Lage erheblich schlechtere Bilanz des öffentlichen Finanzierungssaldos. Nur drei Staaten verzeichneten im Jahr 2014 einen öffentlichen Überschuss: Estland 0,3%, Deutschland 0,7% und Luxemburg 1,5%. Hingegen überschritten neun Staaten den Maastricht-Schwellenwert, von denen zudem drei Staaten unter dem Euro-Rettungsschirm standen.

Gemessen am BIP lag das öffentliche Defizit insgesamt im Jahr 2014 in der Eurozone bei 2,6% und in der EU bei 3,0%.

Hinweis: Datenquelle aller Daten dieser Webseite ist Eurostat.

Weiterführender externer Link

  • Eurostat
    (Webpräsenz des Statistischen Amts der Europäischen Union - auch in Deutsch anwählbar)

Kommentar

Zu beachten ist, dass der Maastricht-Schwellenwert von 3 Prozent nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, sondern ein realpolitisches Zugeständnis ist. Solide wäre eine Haushaltsführung, die auf Schulden generell verzichtet - also einen Schwellenwert von Null einhält - oder besser noch, Überschüsse generiert, um die bereits bestehenden Schuldenberge abzubauen. Konkret gefragt:

  • Könnten Sie ruhig schlafen, wenn Sie bei einem angenommenen jährlichen Einkommen von 30.000 Euro fast 1.000 Euro neue (also zusätzliche!) Schulden aufnehmen müssten - und das Jahr für Jahr?

Na dann gut's Nächtle...