G20 – Strukturen und Entwicklung

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G20 - Mitglieder

 

Die Grafik zeigt die Mitglieder der Gruppe der Zwanzig (G20), wobei vier Gruppierungen farblich unterschieden und erläutert werden. Eine tabellarische Übersicht der Mitglieder finden Sie in der Tabelle am Seitenende.

Die G20 ist das zentrale Forum zur internationalen Zusammenarbeit in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Die G20-Staaten stehen für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, über vier Fünftel  des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und drei Viertel des Welthandels. Ihre Beschlüsse haben hohe Signalwirkung und geben Anstoß für Reformen auf der nationalen und multinationalen Ebene.


Wie funktioniert die G20?

Die G20 ist keine internationale Organisation, sondern ein sogenanntes informelles Gremium. Das heißt: Die G20 fasst keine Beschlüsse, die eine direkte rechtliche Wirkung haben. Die G20 besetzt weder einen Verwaltungsrat mit ständigem Sekretariat noch eine ständige Vertretung ihrer Mitglieder. Deshalb spielt die jährlich wechselnde Präsidentschaft eine besonders wichtige Rolle.

Jedes Jahr am 1. Dezember übernimmt ein anderes Mitglied die Präsidentschaft. Die Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs finden jährlich statt. Die letzten G20-Gipfel fanden am 4./5. September 2016 in Hangzhou (VR China) und am 7./8. Juli 2017 in Hamburg (Deutschland) statt. Zu jedem Gipfel werden Gipfelerklärungen (Kommuniqués) mit den wichtigsten Ergebnissen herausgegeben; hinzu kommen begleitende Berichte und Aktionspläne. Die Gipfelerklärung 2017 finden Sie hier:

Weiterführende externe Links:

Die nächsten Gipfeltreffen sind

  • 2018 in Argentinien
  • 2019 in Japan
  • 2020 in Saudi-Arabien

Warum ist die G20 entstanden?

Das Treffen der G7-Finanzminister und Notenbankchefs wurde 1999 erstmals auf das Format der G20 erweitert. Anlass dafür waren die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten während der Asienkrise.

Angesichts der Finanzkrise 2008 wurden die Treffen der G20 dann auf Ebene der Staats- und Regierungschefs gehoben.

Regelmäßige Treffen finden auch auf Ministerebene statt. Teilnehmer bei Finanzfragen sind in der Regel Finanzminister und Notenbankchefs (-gouverneure) der Mitgliedstaaten, Vertreter der EU (Ratspräsidentschaft und Europäische Zentralbank) sowie führende Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe.

Auf dem ersten sogenannten "Weltfinanzgipfel" in Washington berieten am 15. November 2008 die wichtigsten Wirtschaftsstaaten und Schwellenländer über Auswege aus der damaligen weltweiten Finanzkrise. Ziel soll sein, künftig "alle Finanzmärkte, Finanzprodukte und Finanzmarktteilnehmer" stärker zu überwachen. Die Finanzminister der G20 sollen konkrete Regelungen für eine Reihe von Feldern erarbeiten. Beschlüsse werden im Konsensverfahren gefasst; jedes G20-Mitglied hat eine Stimme.

Die Zusammensetzung der G20 hat sich seit ihrer Gründung nicht entscheidend verändert. Sie erfolgt nach der Bedeutung der Mitglieder für das internationale Finanzsystem, jedoch spielten die globale geopolitische Balance (siehe Südafrika) sowie die Wirtschaftskraft und Einwohnerzahl der Staaten/der EU ebenfalls eine Rolle.


Tabelle
Mitglieder der G-20

Argentinien
Australien
Brasilien
China
Deutschland
Frankreich
Großbritannien
Indien
Indonesien
Italien
Japan
Kanada
Mexiko
Russland
Saudi-Arabien
Südafrika
Süd-Korea
Türkei
USA
sowie die EU als Ganzes

<< zur Einstiegseite "Die G20 auf einen Blick"


Kommentar

(1) Die Bedeutung der G20

Die Bedeutung der G20 hat mit der internationalen Finanzkrise 2008/2009 erheblich zugenommen. Die G20 bereitete die beiden ersten "Weltfinanzgipfel" (15. November 2008 in Washington und 2. April 2009 in London) vor.

Dies verdeutlicht, dass der durchaus richtige Ansatz einer repräsentativeren internationalen Gruppierung noch immer stark finanzorientiert ist. Mittelfristig könnte diese Gruppe aus Industriestaaten und Schwellenländern die G7 / G8 ergänzen, langfristig sogar ersetzen, und so zu einem wichtigen Forum finanz- und wirtschaftspolitischer Aspekte werden.

Allerdings: Je mehr Mitglieder, desto größer die Gefahr der Zersplitterung und die Gefahr, dass deutlich divergierende Interessen eine Konsensfindung erschweren.

(2) Die Wirtschaftskraft der Gruppe

Interessante Erkenntnisse sind unter anderem:

Die O-5 mit Ausnahme Südafrikas sind längst in die Phalanx der führenden Wirtschaftsländer eingedrungen: China (Weltrang 2), Indien (7), Brasilien (9), Russland (13) und Mexiko (15).

Die Aufnahme Südafrikas (Weltrang 33 im Jahr 2015) als derzeit hinter Nigeria und Ägypten drittstärkster Wirtschaftsstaat Afrikas in die Gruppe der O-5 entspringt der geopolitischen Überlegung, wenigstens einen afrikanischen Staat "mit am Tisch" zu haben.

Unter den in gelb dargestellten Schwellenländern befindet sich u.a. die Türkei (Weltrang 18), die entgegen landläufiger Meinung durchaus das Potential für ein wirtschaftlich "boomendes" Land hat.

Hinweis: Eine einheitliche Definition der Begriffe "Schwellenland" bzw. "aufstrebendes Schwellenland" existiert nicht.


Kleine Denksportaufgabe zur Entspannung

Versuchen Sie einmal, das chinesische Logo des G20-Gipfels 2016 in Hangzhou (China) in seinem Aufbau und seiner Aussage zu interpretieren. Die Auflösung aus chinesischer Sicht finden Sie weiter unten.

G20 - Logo 2016 der chinesischen Präsidentschaft

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Nachfolgend die offizielle(!) chinesische Interpretation des Logos 2016 - in unserer eigenen Übersetzung - lesenswert!:

"Das Logo für den 2016er Gipfel besteht aus

(1) einer stilisierten Brücke, die aus 20 geschichteten Linien besteht und die zwanzig Mitglieder der Gruppe symbolisiert,

(2) dem Schriftzug "G20 2016 CHINA" und

(3) einem Siegel in traditionellen chinesischen Schriftzeichen für "China".

Die Brücke unterstreicht, dass die G20 eine Brücke für globales wirtschaftliches Wachstum, internationale Zusammenarbeit und eine win-win-Zukunft ist.

Die Linien erinnern an Glasfaser-Kabel, die für eine miteinander verbundene Welt im Informationszeitalter stehen. 

Das im Schriftzug "G20" hervorgehobene "0" verkörpert Einheit und Koordination der G20-Mitglieder.

Das Siegel repräsentiert die traditionelle chinesische Kultur und entspricht dem englischen Wort für China."

Wäre Ihre Interpretation nahe an der chinesischen gewesen? Wenn nein, können Sie vielleicht erahnen, was in Gesprächen und Verhandlungen mit chinesischen Partnern an chinesischer Denkweise zu berücksichtigen ist...