Die APEC auf einen Blick

SPOTLIGHT: Am 20. November 2020 kamen die Staats- und Regierungschefs der 21 Mitglieder des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) zusammen, zum ersten Mal seit dem letzten Treffen in Papua-Neuguinea im Jahr 2018, wegen der Corona-Pandemie allerdings nur virtuell. Gastgeber war Malaysia. Der 27. Gipfel endete mit der Erklärung von Kuala Lumpur (Näheres siehe weiter unten).


APEC - Logo
Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC)
Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation

APEC - Mitglieder

Hintergrund

Die APEC wurde 1989 auf Initiative von Japan und den USA als regionales Forum mit zunächst 12 Mitgliedstaaten gegründet.

Ziele

Verbesserung der wirtschaftlichen Kooperation in der Pazifik-Region. Langfristiges Ziel ist die Schaffung einer Freihandelszone bis zum Jahr 2020.

Mitglieder (21)
(siehe Tabelle am Seitenende)

Weiterführender externer Link


APEC - Einwohnerzahlen und Wirtschaftsleistung

Einwohner und Wirtschaftsleistung

Die Grafik vergleicht die Einwohnerzahlen (linkes Diagramm) und die jeweilige Wirtschaftsleistung (rechtes Diagramm) der APEC-Mitglieder. Die 21 Mitgliedsstaaten der APEC umfassen mit Stand 2017 ca.

  • 40 % der Weltbevölkerung (2,89 von 7,53 Milliarden Menschen)
  • 50 % des Welthandels
  • 60 % des Welt-Bruttoinlandsprodukts (48.030 von 80.684 Milliarden US-Dollar).

Zur APEC gehören

  • mit den USA die größte Volkswirtschaft der Welt
  • mit China das bevölkerungsreichste Land der Welt
  • mit Russland das größte Flächenland der Welt

Logo des 27. APEC-Gipfels im November 2020 in Malaysia (virtuell)

APEC-Gipfeltreffen 2020 (virtuell)

Der Vorsitz der APEC rotiert jährlich unter den Mitgliedstaaten. Eine formale Struktur mit festen Institutionen existiert bislang nicht. Die Kooperation findet in der Regel in verschiedenen Ausschüssen und Ministertreffen statt. Das nur schwach besetzte Sekretariat mit Sitz in Singapur tritt kaum Erscheinung. Höhepunkt der APEC ist das jährlich stattfindende "informelle" Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs.

2020 richtete Malaysia das Gipfeltreffen aus. Die Staats- und Regierungschefs der 21 APEC-Mitgliedsländer gaben die "Erklärung von Kuala Lumpur" nach dem ersten virtuellen Gipfeltreffen ab. Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Volkswirtschaften der Region inmitten der COVID-19-Pandemie stehen, versprachen die APEC-Führer, zusammenzuarbeiten, um u.a. die folgenden Prioritäten zu unterstützen: Bekämpfung und Milderung der Auswirkungen von COVID-19, Verbesserung von Handel und Investitionen, Förderung digitaler Wirtschaft und Technologie, Entwicklung innovativer und integrativet  Nachhaltigkeit.

Die Staats- und Regierungschefs haben auch offiziell die neue "APEC Putrajaya Vision 2040" vorgestellt (Putrajaya ist eine Planstadt und das Verwaltungszentrum Malaysia, in der ursprünglich der reale Gipfel 2020 stattfinden sollte). Die Staats- und Regierungschefs stellen sich bis 2040 eine offene, dynamische, widerstandsfähige und friedliche asiatisch-pazifische Gemeinschaft vor, die den Wohlstand aller Menschen und zukünftigen Generationen fördert.

Zur Erinnerung: 2018 richtete Papua-Neuguinea am 17./18. November das letzte reale  Gipfeltreffen aus. Erstmals in der Geschichte der APEC einigten sich die Teilnehmer nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung. Gründe waren in erster Linie der Handelsstreit zwischen den USA und China, deren unterschiedliche Bewertung der zukünftigen Rolle der WTO und die Kritik der USA und anderer am Vordringen Chinas im Pazifik.


Entwicklung

Auf dem 11. informellen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der APEC am 21./22.10.2003 in Bangkok (Thailand) bekräftigten die Teilnehmer ihre Entschlossenheit, den internationalen Handel und die wirtschaftliche Entwicklung nicht durch die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus beeinträchtigen zu lassen. In der Erklärung wurde außerdem die Verpflichtung der APEC-Mitglieder hinsichtlich der Abschaffung von Zöllen auf die Landwirtschaft und des Abschlusses der laufenden Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation bekräftigt.

Ein zehnjähriges Moratorium für die Aufnahme neuer Mitglieder endete 2007. Seitdem können sich weitere Staaten um eine Mitgliedschaft bewerben.


Kommentar

Die weltpolitische Bedeutung der APEC steht in keinem Verhältnis zu den o.a. erwähnten Potentialen der größten Mitgliedstaaten. Abgesehen davon, dass ihre Treffen die Regierungschefs bedeutender Länder zusammenbringt, ist sie als eher loser Verbund von Staaten eine (noch) relativ schwache Organisation, da die Interessen und Potentiale ihrer Mitglieder zu unterschiedlich sind und Beschlüsse im Konsens getroffen werden müssen.

Immerhin wurden Zölle abgebaut und Mechanismen entwickelt, um Währungskrisen wie in den neunziger Jahren künftig zu verhindern.


Tabelle
Mitglieder der APEC (21)

Australien
Japan
Peru
Brunei
Kanada
Philippinen
Chile
Süd-Korea
Russland
Taiwan*
Malaysia
Singapur
China (VR)
Mexiko
Thailand
Hongkong**
Neuseeland
USA
Indonesien
Papua-Neuguinea
Vietnam

*  Republik China (auch als "China Taipeh" oder "Formosa" benannt)
** Sonderwirtschaftszone (SWZ) der VR China