Bruttoinlandsprodukt Deutschland – Quartalsergebnisse

SPOTLIGHT: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 1. Quartal 2021 gegenüber dem 4. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,8 % gesunken. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 zunächst etwas erholt hatte (nach neuesten Berechnungen +8,7 % im 3. Quartal und +0,5 % im 4. Quartal), führte die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte die Wirtschaft stützten.


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich inklusive Quartal 1 im Jahr 2021

Aktueller Quartalsvergleich 2021

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (gelbe und rote Säulen) und gegenüber dem Vorquartal (blaue Punkte und Linien). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind bereits für das 1. Quartal 2020 deutlich und verstärkten sich dramatisch für das 2. Quartal. Gemäß gängiger Definition befindet sich Deutschland damit in einer Rezession.

Im 1. Quartal 2021 ist das BIP gegenüber dem 4. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 1,8 % gesunken. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2020 zunächst etwas erholt hatte (nach neuesten Berechnungen +8,7 % im 3. Quartal und +0,5 % im 4. Quartal), führte die Corona-Krise zum Jahresbeginn 2021 zu einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte die Wirtschaft stützten.

Auch im Vorjahresvergleich bleibt die Wirtschaftsleistung schwach. Das BIP war im 2. Quartal 2020 preisbereinigt um 11,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor und blieb im 3. Quartal mit -3,7 %, im 4. Quartal mit -2,3 % sowie im 1. Quartal 2021 mit -3,4 % weiterhin deutlich im negativen Bereich. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ergibt sich daraus für das gesamte Jahr 2020 ein Rückgang des BIP um 4,8 %, kalenderbereinigt um -5,1 % (beide Zahlen  aktualisiert mit Stand Mai 2021).

Weiterführender externer Link


Zum Vergleich
Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich im Krisenjahr 2009
BIP-Quartale im Krisenjahr 2009

Zum Vergleich
Das Krisenjahr 2009
(alter Text aus 2012)
Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten BIP für die Jahre 2007 bis 2011, aufgeschlüsselt nach Quartalen. Die Säulen (dunkelgelb und rot) zeigen die Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal, und die blauen Linien und Kreise die Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Vorquartal.

Deutlich wird der beginnende Einbruch im vierten Quartal 2008, der im zweiten Quartal 2009 mit minus 7,9 Prozent seinen Tiefpunkt erreichte. Im weiteren Jahresverlauf zeichnete sich eine Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf niedrigem Niveau ab. Das Jahr 2010 zeigt bereits vom ersten Quartal an eine wirtschaftliche Erholung, die den Einbruch zwar noch nicht wettmachte, aber eine gute Ausgangsbasis für die folgenden Jahre bot.

Zur Beachtung - unser Hinweis aus dem Jahr 2012(!): "Die Grafik 2009 verbleibt auf dieser Webseite, um auch weiterhin einen Vergleich des Krisenjahres 2009 mit künftigen Veränderungen des BIP zu ermöglichen...
(Ende alter Text)
Und schon sind wir im Krisenjahr 2020...

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Vorsicht Zahlenfallen

Die Quartalsvergleiche zur Entwicklung des BIP führen häufig zu Irritationen, da die Zahlenangaben zum Vorjahres-Quartal oft mit denen zum unmittelbaren Vor-Quartal verwechselt werden. Während der Vorjahresvergleich die reale langfristige Veränderung des BIP widerspiegelt, lässt der Vergleich mit dem unmittelbaren Vorquartal Aussagen über den Trend des BIP zu. Hierbei wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass eine Verringerung des BIP über einen Zeitraum von zwei Quartalen einen "Abschwung", und eine Erhöhung über diesen Zeitraum einen "Aufschwung" kennzeichnet.

Die Veränderung des BIP wird im Allgemeinen in preisbereinigten, verketteten Werten angegeben, die auch Grundlage für die in den o.a. Grafiken eingearbeiteten Daten sind. Werden Kalenderfaktoren und/oder Saisonfaktoren eingerechnet, ergeben sich zum Teil deutlich unterschiedliche Werte.


Erläuterungen
zur Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 

2019 wurden die gesamten Berechnungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) im Rahmen der Generalrevision 2019 grundlegend überprüft und überarbeitet sowie auf das Referenzjahr 2015 umgestellt. Um Brüche in den Zeitreihen zu vermeiden, wurden die Ergebnisse für Deutschland zurück bis 1991 neu berechnet, sodass es zu geänderten Ergebnissen in den gesamten Zeitreihen ab 1991 kommen kann. Für das reale Bruttoinlandsprodukt insgesamt ergaben sich dadurch neue Veränderungsraten, die um bis zu 0,3 Prozentpunkte (Jahre) beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte (Quartale) von den bisherigen Ergebnissen nach oben oder unten abweichen. Das konjunkturelle Gesamtbild hat sich durch die Revision aber nicht geändert.

Die Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.