Bruttoinlandsprodukt Deutschland – Quartalsergebnisse

SPOTLIGHT: Auswirkungen der Corona-Pandemie führen zu einem starken Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im 1. Quartal 2020. Die Wirtschaftsleistung liegt bei rund -2 Prozent. Für 2020 insgesamt geht die Bundesregierung beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von einem Rückgang um 6,3 Prozent aus, die schwerste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik.


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich inklusive Prognose für 2020

Zum Vergleich
Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich im Krisenjahr 2009
BIP-Quartale im Krisenjahr 2009

Aktueller Quartalsvergleich (I/2020)

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (gelbe und rote Säulen) und gegenüber dem Vorquartal (blaue Punkte und Linien). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind bereits für das 1. Quartal 2020 gravierend. Zum Vergleich sind in der unteren Grafik die Quartalsergebnisse des Krisenjahres 2009 dargestellt.

Bruttoinlandsprodukt, 1. Quartal 2020
-  2,2 % zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
-  1,9 % zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
-  2,3 % zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Das BIP ist gegenüber dem 4. Quartal 2019 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 2,2% gesunken. Auch im Vorjahresvergleich ist die Wirtschaftsleistung eingebrochen: Das BIP war im 1. Quartal 2020 preisbereinigt um 1,9% niedriger als ein Jahr zuvor, kalenderbereinigt um 2,3%. Nur in den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat es stärkere Rückgänge gegenüber einem Vorquartal bzw. einem Vorjahresquartal gegeben.

Näheres siehe interne Webseite
•  BIP - Entwicklung und Prognosemodell 2020

Weiterführender externer Link


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich im Krisenjahr 2009

Zum Vergleich
Das Krisenjahr 2009
(alter Text aus 2012)

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten BIP für die Jahre 2007 bis 2011, aufgeschlüsselt nach Quartalen. Die Säulen (dunkelgelb und rot) zeigen die Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal, und die blauen Linien und Kreise die Veränderungen gegenüber dem jeweiligen Vorquartal.

Deutlich wird der beginnende Einbruch im vierten Quartal 2008, der im zweiten Quartal 2009 mit minus 7,9 Prozent seinen Tiefpunkt erreichte. Im weiteren Jahresverlauf zeichnete sich eine Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf niedrigem Niveau ab. Das Jahr 2010 zeigt bereits vom ersten Quartal an eine wirtschaftliche Erholung, die den Einbruch zwar noch nicht wettmachte, aber eine gute Ausgangsbasis für die folgenden Jahre bot.

Zur Beachtung - unser Hinweis seit 2012(!):
"
Die Grafik 2009 verbleibt auf dieser Webseite, um auch weiterhin einen Vergleich des Krisenjahres 2009 mit künftigen Veränderungen des BIP zu ermöglichen."
(Ende alter Text)
Und schon sind wir im Krisenjahr 2020...

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(dort u.a. Entwicklung des BIP der führenden 15 Staaten von 1992 bis heute)


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im aktuellen Quartalsvergleich

Zum Vergleich
Quartalsvergleich 2019

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (gelbe Säulen) und gegenüber dem jeweiligen Vorquartal (blaue Linie und Punkte). Die Werte im Vorquartalsvergleich sind in blauer Schrift unterhalb des Säulendiagramms ausgewiesen.

Bruttoinlandsprodukt, 4. Quartal 2019
•  0,0 Prozent zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
•  0,3 Prozent zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)

Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben verloren nach einem sehr starken dritten Quartal zum Jahresende deutlich an Dynamik. Bei den Investitionen war das Bild zweigeteilt: Während in Ausrüstungen deutlich weniger investiert wurde als im dritten Quartal, legten die Bauinvestitionen und die Investitionen in sonstige Anlagen weiter zu. Die außenwirtschaftliche Entwicklung zeigte Exporte leicht rückläufig, während Importe stiegen. Nach vorläufigen Berechnungen wurde preis-, saison- und kalenderbereinigt etwas weniger exportiert als im dritten Quartal. Die Importe von Waren und Dienstleistungen legten dagegen zu.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum zum Jahresende verlangsamt: Das preisbereinigte BIP stieg im 4. Quartal 2019 um 0,3 % gegenüber dem 4. Quartal 2018 (kalenderbereinigt: +0,4 %). Im 3. Quartal 2019 war der Anstieg mit +1,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal (kalenderbereinigt: +0,6 %) noch stärker ausgefallen.

Weiterführender externer Link


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich der letzten vier vollen Jahre

Quartalsvergleich der vier letzten vollen Jahre

Die Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie das vorhergehende Schaubild die Veränderungen der BIP-Quartalsdaten für die letzten vier vollen Jahre von 2015 bis 2018. Im Vorjahresvergleich (gelbe Säulen) bewegen sich alle Zahlen im positiven Bereich. Im Vorquartalsvergleich (blaue Kreise/Linien) gibt es nur zwei geringfügig negative Ergebnisse - erstes Quartal 2015 (-0,2%) und drittes Quartal 2018 (-0,1%), während alle anderen Quartale positive Zahlen ausweisen.

Generell ist festzustellen, dass sowohl das preisbereinigte BIP gegenüber den Vorjahresquartalen höher als erwartet lag als auch das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP gegenüber den Vorquartalen zulegte. Beide Entwicklungslinien zeigten deutlich positive Marken, was vor allem auf eine starke Binnennachfrage und eine überraschend deutliche Steigerung des Exports zurückzuführen war.

Anmerkung: Nach der gängigsten Definition liegt eine Rezession (Abschwung der Wirtschaft) vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder ein Rückgang zu verzeichnen ist (sinkendes BIP). Während des gesamten hier betrachteten Zeitraums ist Deutschland nicht nur von einer Rezession verschont geblieben, sondern befindet sich seit 2010 in einer Phase deutlichen Aufschwungs.

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Kommentar:
Vorsicht Zahlenfallen

Die Quartalsvergleiche zur Entwicklung des BIP führen häufig zu Irritationen, da die Zahlenangaben zum Vorjahres-Quartal oft mit denen zum unmittelbaren Vor-Quartal verwechselt werden. Während der Vorjahresvergleich die reale langfristige Veränderung des BIP widerspiegelt, lässt der Vergleich mit dem unmittelbaren Vorquartal Aussagen über den Trend des BIP zu. Hierbei wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass eine Verringerung des BIP über einen Zeitraum von zwei Quartalen einen "Abschwung", und eine Erhöhung über diesen Zeitraum einen "Aufschwung" kennzeichnet.

Die Veränderung des BIP wird im Allgemeinen in preisbereinigten, verketteten Werten angegeben, die auch Grundlage für die in den o.a. Grafiken eingearbeiteten Daten sind. Werden Kalenderfaktoren und/oder Saisonfaktoren eingerechnet, ergeben sich zum Teil deutlich unterschiedliche Werte.


Erläuterungen
zur Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen 

2019 wurden die gesamten Berechnungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) im Rahmen der Generalrevision 2019 grundlegend überprüft und überarbeitet sowie auf das Referenzjahr 2015 umgestellt. Um Brüche in den Zeitreihen zu vermeiden, wurden die Ergebnisse für Deutschland zurück bis 1991 neu berechnet, sodass es zu geänderten Ergebnissen in den gesamten Zeitreihen ab 1991 kommen kann. Für das reale Bruttoinlandsprodukt insgesamt ergaben sich dadurch neue Veränderungsraten, die um bis zu 0,3 Prozentpunkte (Jahre) beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte (Quartale) von den bisherigen Ergebnissen nach oben oder unten abweichen. Das konjunkturelle Gesamtbild hat sich durch die Revision aber nicht geändert.

Die Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.