Bruttoinlandsprodukt Deutschland – Quartalsergebnisse

SPOTLIGHT: Im dritten Quartal 2018 war das Bruttoinlandsprodukt – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 Prozent niedriger als im Vorquartal. Im Vorjahresvergleich stieg das preisbereinigte BIP um 1,1 Prozent.


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im aktuellen Quartalsvergleich

Aktueller Quartalsvergleich

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (gelbe Säulen) und gegenüber dem jeweiligen Vorquartal (blaue Linie und Punkte). Die Werte im Vorquartalsvergleich sind in blauer Schrift unterhalb des Säulendiagramms ausgewiesen.

Das BIP war im dritten Quartal 2018 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2% niedriger als im zweiten Quartal 2018, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Das ist im Vorquartalsvergleich der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2015. In der ersten Jahreshälfte 2018 war das BIP noch gestiegen, und zwar um 0,5% im zweiten und 0,4% im ersten Quartal.

Bruttoinlandsprodukt, 3. Quartal 2018
-0,2% zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt)
+1,1% zum Vorjahresquartal (preisbereinigt)
+1,1% zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt)

Im Vorjahresvergleich war das preisbereinigte BIP im dritten Quartal 2018 um 1,1% höher (kalenderbereinigt: 1,1%), nach 2,3% im zweiten (kalenderbereinigt: 2,0%) und 1,4% im ersten Quartal 2018 (kalenderbereinigt: 2,1%).

Der leichte Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Vorquartalsvergleich war vor allem auf die außenwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen: Nach vorläufigen Berechnungen gab es im dritten Quartal 2018 weniger Exporte, aber mehr Importe als im zweiten Quartal des Jahres. Aus dem Inland kamen gemischte Signale: Während sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten mehr investiert wurde als im Vorquartal, gingen die privaten Konsumausgaben zurück. Die staatlichen Konsumausgaben lagen leicht über dem Niveau des Vorquartals.

Weiterführender externer Link


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich der letzten vier vollen Jahre

Quartalsvergleich der vier letzten vollen Jahre

Die Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie das vorhergehende Schaubild die Veränderungen der BIP-Quartalsdaten für die letzten vier vollen Jahre 2014 - 2017. Im Vorjahresvergleich (gelbe Säulen) bewegen sich alle Zahlen im positiven Bereich. Im Vorquartalsvergleich (blaue Kreise/Linien) gibt es nur zwei geringfügig negative Ergebnisse (zweites Quartal 2014 und erstes Quartal 2015), während alle anderen Quartale steigende Zahlen ausweisen.

Generell ist festzustellen, dass sowohl das preisbereinigte BIP gegenüber den Vorjahresquartalen höher als erwartet lag als auch das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP gegenüber den Vorquartalen zulegte. Beide Entwicklungslinien zeigten deutlich positive Marken, was vor allem auf eine starke Binnennachfrage und eine überraschend deutliche Steigerung des Exports zurückzuführen war.

Anmerkung: Nach der gängigsten Definition liegt eine Rezession (Abschwung der Wirtschaft) vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder ein Rückgang zu verzeichnen ist (sinkendes BIP). Während des gesamten hier betrachteten Zeitraums ist Deutschland nicht nur von einer Rezession verschont geblieben, sondern befindet sich seit 2010 in einer Phase deutlichen Aufschwungs.

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(dort u.a. Entwicklung des BIP der führenden 15 Staaten von 1992 bis heute)


Erläuterungen

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals 2018 wurden – wie jedes Jahr im August – auch neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen der Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2014) sowie des ersten Quartals 2018 einbezogen. Darüber hinaus kann es, wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen, zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe ab 1991 kommen

Diese laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.


Kommentar

Vorsicht Zahlenfallen

Die Quartalsvergleiche zur Entwicklung des BIP führen häufig zu Irritationen, da die Zahlenangaben zum Vorjahres-Quartal oft mit denen zum unmittelbaren Vor-Quartal verwechselt werden. Während der Vorjahresvergleich die reale langfristige Veränderung des BIP widerspiegelt, lässt der Vergleich mit dem unmittelbaren Vorquartal Aussagen über den Trend des BIP zu. Hierbei wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass eine Verringerung des BIP über einen Zeitraum von zwei Quartalen einen "Abschwung", und eine Erhöhung über diesen Zeitraum einen "Aufschwung" kennzeichnet.

Die Veränderung des BIP wird im Allgemeinen in preisbereinigten, verketteten Werten angegeben, die auch Grundlage für die in den o.a. Grafiken eingearbeiteten Daten sind. Werden Kalenderfaktoren und/oder Saisonfaktoren eingerechnet, ergeben sich zum Teil deutlich unterschiedliche Werte.