Bruttoinlandsprodukt Deutschland – Quartalsergebnisse

SPOTLIGHT: Im dritten Quartal 2017 war das Bruttoinlandsprodukt – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,8 Prozent höher als im Vorquartal. Im Vorjahresvergleich stieg das preisbereinigte BIP um 2,3 Prozent.


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im aktuellen Quartalsvergleich

Aktueller Quartalsvergleich

Die Grafik zeigt die prozentuale Veränderung des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal (gelbe Säulen) und gegenüber dem jeweiligen Vorquartal (blaue Linie und Kreise). Die Werte im Vorquartalsvergleich sind in blauer Schrift unterhalb des Säulendiagramms ausgewiesen.

Das BIP war im dritten Quartal 2017 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,8% höher als im zweiten Quartal 2017, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. 

Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich – preis-, saison- und kalenderbereinigt – unter anderem vom Außenhandel: Die Exporte legten im dritten Quartal 2017 stärker zu als die Importe. Dadurch hatte der Außenbeitrag (Exporte minus Importe) im Vorquartalsvergleich rein rechnerisch einen positiven Effekt auf das BIP. Während die staatlichen und privaten Konsumausgaben in etwa auf dem Niveau des Vorquartals lagen, trugen die Bruttoanlageinvestitionen positiv zum Wirtschaftswachstum bei. Insbesondere in Ausrüstungen wurde mehr investiert als ein Quartal zuvor.

Auch im Vorjahresvergleich hat das Wirtschaftswachstum zugelegt: Das preisbereinigte BIP stieg im dritten Quartal 2017 um 2,3% (kalenderbereinigt: 2,8%). Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2017 wurde von 44,5 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 668 000 Personen oder 1,5% mehr als ein Jahr zuvor.

Weiterführender externer Link


Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich der letzten vier vollen Jahre

Quartalsvergleich der letzten vollen Jahre

Die Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie das vorhergehende Schaubild die Veränderungen der Quartalsdaten für die letzten vier vollen Jahre (2013 - 2016).

Im Vorjahresvergleich zeigt lediglich das 1. Quartal 2013 ein negatives Ergebnis (rote Säule). Alle anderen Zahlen bewegen sich im positiven Bereich (gelbe Säulen). Im Vorquartalsvergleich gibt es nur zwei negative Ergebnisse (erstes Quartal 2013 und zweites Quartal 2014), während alle anderen Quartale steigende Zahlen ausweisen.

Generell ist festzustellen, dass sowohl das preisbereinigte BIP gegenüber den Vorjahresquartalen höher als erwartet lag als auch das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP gegenüber den Vorquartalen zulegte. Beide Entwicklungslinien zeigten deutlich positive Marken, was vor allem auf eine starke Binnennachfrage und eine überraschend deutliche Steigerung des Exports zurückzuführen war.

Anmerkung: Nach der gängigsten Definition liegt eine Rezession (Abschwung der Wirtschaft) vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder ein Rückgang zu verzeichnen ist (sinkendes BIP). Während des gesamten Zeitraums 2013 bis 2016 ist Deutschland von einer Rezession deutlich verschont geblieben.

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Erläuterungen

Jedes Jahr im August werden neben der Erstberechnung des zweiten Quartals auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre sowie des ersten Quartals des laufenden Jahres überarbeitet und, soweit erforderlich, revidiert. Korrekturen der saison- und kalenderbereinigten Ergebnisse sind in der gesamten Zeitreihe ab 1991 möglich.

Neben der Erstberechnung des dritten Quartals 2017 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des ersten und zweiten Quartals 2017 überarbeitet und, soweit erforderlich, revidiert. Dabei ergaben sich für das Bruttoinlandsprodukt im ersten und zweiten Quartal 2017 leichte Korrekturen der bisherigen Ergebnisse nach oben.

Diese laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einzubeziehen. Die Berechnung des BIP und anderer makroökonomischer Größen wird damit sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Die für eine "finale" Berechnung der Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) notwendigen Basisstatistiken liegen vollständig spätestens nach vier(!) Jahren vor, so dass erst dann die Ergebnisse endgültig sind und nicht mehr regelmäßig revidiert werden müssen.


Kommentar

Vorsicht Zahlenfallen

1. Die Quartalsvergleiche zur Entwicklung des BIP führen häufig zu Irritationen, da die Zahlenangaben zum Vorjahres-Quartal oft mit denen zum unmittelbaren Vor-Quartal verwechselt werden. Während der Vorjahresvergleich die reale langfristige Veränderung des BIP widerspiegelt, lässt der Vergleich mit dem unmittelbaren Vorquartal Aussagen über den Trend des BIP zu. Hierbei wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass eine Verringerung des BIP über einen Zeitraum von zwei Quartalen einen "Abschwung", und eine Erhöhung über diesen Zeitraum einen "Aufschwung" kennzeichnet.

2. Die Veränderung des BIP wird im Allgemeinen in preisbereinigten, verketteten Werten angegeben, die auch Grundlage für die in den o.a. Grafiken eingearbeiteten Daten sind. Werden Kalenderfaktoren und/oder Saisonfaktoren eingerechnet, ergeben sich zum Teil deutlich unterschiedliche Werte.