Wanderungsbewegungen von und nach Deutschland

Wanderungsbewegungen insgesamt (Zuzüge und Fortzüge)

Wanderungen bis 2018
(Deutsche und Ausländer)

Alle Balken-Diagramme dieser Webseite zeigen die jährlichen Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland (Außenwanderung), unterschieden als Zuzüge (grüne Säulen) und als Fortzüge (dunkelgelbe Säulen). Die Skalierung ist in allen Grafiken bewusst identisch gehalten. Die beiden 500.000-Linien (gelb) sind in den Grafiken hervorgehoben, um eine schnellere Orientierung zu ermöglichen.

2018 zogen insgesamt 1.585.000 Personen nach Deutschland zu. Diese Zahl liegt auf hohem Niveau wieder etwas höher als 2017, aber deutlich niedriger als die des Jahres 2015 mit rund 2.137.000 Personen. Die bis dahin höchste Zuwanderungszahl hatte es im Jahr 1992 mit etwa 1,5 Millionen Personen gegeben.

Zugleich zogen 2018 rund 1.185.000 Personen aus Deutschland fort - dies ist der zweithöchste jemals gemessene Jahreswert. Damit ergibt sich aus der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands ein Wanderungsüberschuss von rund 400.000 Personen (2017: rund 416.000).

2015 2016 2017 2018
Zuwanderung 2.137.000 1.866.000 1.550.000 1.585.000
Abwanderung 998.000 1.368.000 1.134.000 1.185.000
Wanderungsüberschuss 1.139.000 498.000 416.000 400.000

Weiterführende externe Links


Migration von Ausländern (Zuzüge und Fortzüge)

Wanderungen von Ausländern

Die Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie oben die jährliche Außenwanderung von Ausländern. Während sich die Zahl der Zuzüge von Ausländern bis 2006 nahezu stetig verringerte, zog sie ab 2009 wieder deutlich an und erreichte 2015 mit 2.016.000 Zuwanderern den höchsten jemals gemessenen Wert. Dies ist eine Verdreifachung des Durchschnittswertes der vergangen Jahrzehnte. Bis 2018 sank die Zahl auf nach wie vor hohem Niveau auf rund 1.384.000 Personen.

Bemerkenswert ist die für den Laien erstaunlich hohe Zahl von Ausländern, die Jahr für Jahr Deutschland verlassen. Während sich die Zahl der Fortzüge in den Jahren nach der Jahrtausendwende um die 500.000-Marke einpendelte, zog sie in den letzten Jahren deutlich an und lag 2016 mit 1.084.000 Personen auf dem höchsten jemals gemessenen Wert für Fortzüge von Ausländerinnen und Ausländern. 2018 verhielt die Zahl auf nach wie vor hohem Niveau bei rund 924.000 Personen (2017: 885.000).

Vergleicht man die Wanderungsbewegungen insgesamt (siehe obere Grafik) mit denen von Ausländern, so wird deutlich, dass die Migration nach und aus Deutschland in erster Linie von Ausländern bestimmt wird  - bei den Zuzügen zu rund 90 Prozent und bei den Fortzügen zu annähernd 80 Prozent.


Wanderungsbewegungen von Deutschen (Zuzüge und Fortzüge)

Wanderungen von Deutschen

Die Grafik zeigt in der gleichen Systematik wie in den oberen Grafiken die jährliche Zu- und Abwanderung von Deutschen über die Grenzen Deutschlands. Die Skalierung ist bewusst beibehalten worden, um einen Vergleich auf einen Blick zu ermöglichen und den relativ geringen Anteil deutscher Migranten zu verdeutlichen.

Der über die Jahre hinweg sinkende Anteil Deutscher bei den Zuzügen resultierte überwiegend aus der geringer werdenden Zahl zuziehender Spätaussiedler aus osteuropäischen Ländern und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Die Zuzüge in 2018 sind gegenüber den Vorjahren mit rund 202.000 Personen wieder gestiegen .

Deutlich wird, dass sich die Zahl deutscher Auswanderer seit 2005 erhöht hat, so dass seit Jahren mehr Deutsche wegziehen als zuziehen - allerdings blieben die Zahlen in den letzten Jahren nahezu konstant. Dies änderte sich im Jahr 2016, als 282.000 Deutsche abwanderten - eine Verdoppelung gegenüber 2015. Auch im Jahr 2018 lag die Zahl auswandernder Deutscher mit 262.000 Personen sehr hoch.

Bitte beachten: Die Zahlen für 2016 sind mit dem Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar, u.a. aufgrund zahlreicher Melderegisterbereinigungen.

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Anmerkungen zur Migration

1. Migration beschränkt sich nicht auf Ausländer, sondern schließt auch die Wanderungsbewegungen Deutscher mit ein.

2. Bei den Zuzügen von Ausländern muss deren Zusammensetzung beachtet werden: Das Migrationsgeschehen wird zwar wesentlich vom Zu- und Fortzug nach bzw. aus Drittländern bestimmt, Europäer stellten 2017 aber fast zwei Drittel aller Zuziehenden. Diese werden meist nicht unmittelbar als "Ausländer" erkannt bzw. angesehen.

3. Migration setzt sich aus verschiedenen Formen von Zuzug und Fortzug zusammen (Auswahl):

  • Auswanderung und Rückkehr deutscher Staatsbürger
  • EU-Binnenmigration
  • Ehegatten- und Familiennachzug aus bzw. Rückkehr in Drittstaaten
  • Asylzuwanderung und Rückführung in das Herkunftsland
  • Spätaussiedler (mit deutlich abnehmender Tendenz)
  • Jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen UdSSR und mögliche Weiterwanderung (USA, Israel u.a.)
  • Aufnahme von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge sowie deren Rückkehr
  • Spezialformen zeitlich begrenzter Zuwanderung (z.B. Greencard Inhaber, Studenten)
  • Zeitlich begrenzte Arbeitsmigration aus Nicht-EU-Staaten (z.B. Werksvertrags-, Gast- und Saisonarbeitnehmer)

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Kommentar und Erläuterungen

Der Begriff Außenwanderung wird für Zuzüge und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands verwendet, um diese von der sogenannten Binnenwanderung innerhalb und zwischen den Bundesländern zu unterscheiden.

Vorsicht - Interpretationsfalle: Ein Wanderungsüberschuss wie zum Beispiel im Jahr 2017 von "nur" rund 416.000 Personen darf nicht darüber hinweg täuschen, dass tatsächlich im gleichen Jahr 1.384.000 Zuwanderer mit ausländischem Pass als Neubürger in die Gesellschaft integriert werden mussten und müssen. Die Zahlen ausländischer Neubürger summieren sich allein seit 2010 auf fast zehn  Millionen(!). Wir schaffen das?

Die steigende Anzahl der Zuzüge seit 2009 war anfänglich insbesondere auf die verstärkte Zuwanderung aus osteuropäischen Ländern und den krisengeschwächten südeuropäischen Ländern zurückzuführen ist. Seit etwa 2013 dominiert die verstärkte Zuwanderung Asylsuchender aus Krisenländern wie Syrien, Irak, Afghanistan oder Somalia die Wanderungsbewegungen über die Grenzen Deutschland.

Für die Akten:
Unser Kommentar vom Juli 2015 (!)

"Die Relation der Zuzugszahlen dürfte sich im Jahr 2015 dramatisch verändern. Kam 2014 nur etwa ein Viertel der Zuwanderer aus nicht-europäischen Ländern (ca. 300.000), so könnte 2015 nach vorläufigen Schätzungen etwa eine Million Flüchtlinge bzw. Asylsuchende zusätzlich(!) zuwandern. Die Gesamtzahl der Zuzüge würde damit den bisher höchsten Wert aus dem Jahr 1992 (rund 1,5 Millionen) deutlich übertreffen und könnte sich der 2-Millionen-Marke nähern oder diese sogar übersteigen..."