Entwicklungsländer – LDCs und AKP-Staaten

Least Developed Countries (LDC) - die am wenigsten entwickelten Länder der Welt

Die Ärmsten der Armen

Die Grafik zeigt die derzeit 48 Least Developed Countries (LDCs), also die am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Damit zählt rund ein Viertel der 193 UN-Mitgliedstaaten zu den Ärmsten der Armen, auch als "Vierte Welt" bezeichnet. 2011 verließen die Malediven und 2014 Samoa die Gruppe der LDCs und "stiegen auf". Die LDCs haben annähernd eine Milliarde Einwohner, was etwa 15% der Weltbevölkerung entspricht.

34 der Staaten befinden sich in Afrika, 9 in Asien, 4 in Ozeanien und einer in der Karibik.

Die LDCs sind sowohl durch das Armutsniveau ihrer Bevölkerung als auch durch die Schwäche ihrer wirtschaftlichen, institutionellen und menschlichen Ressourcen gekennzeichnet. Sie stehen im Mittelpunkt der Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals - MDG). Die LDCs und weitere benachteiligte Länder werden in der UN seit 2001 durch einen Hohen Repräsentanten vertreten.

Weiterführender externer Link

  • UN-OHRLLS
    (Webpräsenz des Hohen Repräsentanten der UN für die am wenigsten entwickelten Länder- in Englisch. Exakter Titel des OHRLLS: Office of the High Representative for the Least Developed Countries, Landlocked Developing Countries and Small Island Developing States)

Reichtum und Armut in der Welt - die OECD-Staaten und die LDCs

Arm und Reich in der Welt

Die nebenstehende Grafik verdeutlicht die globale Verteilung von Reichtum und Armut in der Welt. Vergleicht man die 35 Mitglieder der OECD als global gesehen "reiche" und die 48 LDCs als die "ärmsten" Länder der Welt, so wird deutlich, dass - sieht man von Australien, Neuseeland und Chile ab - die als entwickelt bzw. fortgeschritten bezeichneten Länder ausschließlich im Norden der Welt liegen.

Die Vereinten Nationen haben ihre erste Konferenz über die LDCs im Jahr 1981 in Paris organisiert. In der Zwischenzeit hat die internationale Gemeinschaft mehrere Initiativen beschlossen, um die Entwicklung dieser Länder zu beschleunigen. Eine dieser Initiativen ist die Entschuldungsinitiative für hochverschuldete arme Länder (Highly Indepted Poor Countries - HIPC), die auf eine umfassendere, schnellere und tiefergehende Erleichterung der Schulden bestimmter Länder abzielt.

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Die AKP-Staaten - Länder in Afrika, in der Karibik und im Pazifik

Die AKP-Staaten

Die Organisation ist eine Gruppe von Staaten in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean (AKP), mit denen Europa besondere Beziehungen unterhält und dabei auf Entwicklung und Handel setzt. Zu diesem Zweck sollen zwischen der EU und den AKP-Staaten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen geschlossen werden, um die Integration dieser Partnerländer der EU in die Weltwirtschaft zu fördern und ihre Entwicklung voranzubringen.

Die AKP-Gruppe umfasst derzeit 79 Staaten - davon 48 in Subsahara-Afrika, 16 in der Karibik und 15 im Pazifik (Ozeanien). Alle Staaten mit Ausnahme Kubas haben im Jahr 2000 das Cotonou-Abkommen - auch als “ACP-EC Partnership Agreement” bekannt - unterzeichnet, weshalb auch oft irrtümlicherweise die Zahl 78 genannt wird. Das Cotonou-Abkommen bindet die AKP-Staaten an die Europäische Union und läuft bis 2020.

Als kombinierte Instrumente der Handels- und Entwicklungszusammenarbeit sollen die Abkommen den Markzugang für die AKP-Staaten verbessern und Handelserleichterungen bewirken. Dadurch wird versucht, die Position dieser Länder im internationalen und regionalen Handel zu stärken und ihnen Chancen für eine gerechte Teilhabe am globalen Handel und für eine nachhaltige Wirtschaftsweise zu eröffnen.

Weiterführende externe Links


Kommentar

Trotz der Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft sank der Lebensstandard in den meisten LDCs in den vergangenen Jahrzehnten. Im Laufe der letzten Jahrzehnte gelang es nur vier Ländern (Botswana 1984, Kap Verde 2008, Malediven 2011 und Samoa 2014), die Gruppe der LDCs zu verlassen.

Vor diesem Hintergrund hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen, 2001 eine dritte UN-Konferenz über die LDCs einzuberufen. In der Abschlusserklärung hoben die Teilnehmer hervor, dass die LDC die Verantwortung für ihre Entwicklung tragen, aber eine starke Unterstützung seitens der internationalen Gemeinschaft ebenfalls von wesentlicher Bedeutung ist.

Die Konferenz hatte ein zehnjähriges Aktionsprogramm 2001-2010 verabschiedet, dessen Hauptziel die Halbierung der äußersten Armut bis 2015 war...